Item Gewölle aller Art, item Jugger

27/02/06

Nie wieder

Uhus Bloody Ventilator Nie wieder werde ich allein aus Begeisterung für eine Sache ein Buch machen. Und sollte ich doch je wieder Tendenzen dazu zeigen, möge mir bitte irgendjemand eine ordentliche Schelln geben, damit ich wieder zur Besinnung komme. Danke im Voraus.

26/02/06

Arme Diskussionskultur

Es gibt Talkshows, die haben durchaus Anspruch. Darunter würde ich durchaus auch die heutige Sendung "Im Palais" unter dem allerdings nicht ganz ungefährlichen Titel "Kampf der Kulturen" verbuchen, wo immerhin recht kompetente Gesprächspartner beisammensaßen und auch sachlich und themenbezogen sprachen.

Aber es steht einem Moderator wohl kaum an, selber klar parteiisch mit zuweilen polemischen Argumenten und Anmerkungen mitzumischen, wie es Herr Nauman teilweise massiv tun zu müssen meinte.
Dieses Verhalten ist schon bei so vielen anderen Talkshows von Seiten der Diskutierenden unerträglich, aber das Ganze von Seiten der Moderation ... das ist unschön und definitiv nicht ihre Aufgabe. Und beinahe Privatfernsehenniveau.

24/02/06

Willkommen in der Geisterbahn: Merkels Rede auf dem Weltwirtschaftsforum

Als Geisterbahnfahrt interpretiert von Brigitta Huhnke und hier nachzulesen.

"Das machen wir jetzt, halten Sie Ihre Gedanken beieinander und steigen Sie wirklich ein!Haken Sie schön die Kette fest! Hier die Route der wichtigsten Etappen: Erst fahren wirausgiebig durch die Hölle der „selbstverschuldeten Lähmung“ (Merkel) und treffen dabei aufdie Gespenster der Globalisierung. Lassen Sie sich wohlig gruseln, wenn die zur „Freiheit“tönen, auch wenn es manchmal laut und schrill wird. Viel Vergnügen wünschen wir Ihnen dann in der Innovationsabteilung für "verantwortete Freiheit“, bevor wir rasant durchs weiße Licht gleitend endlich am Schluss ins „Land der Ideen“ eintauchen. "

23/02/06

Der klingelnde Papagei

Diese und andere (natürlich tatsächlich geschehene) Anekdoten aus dem Schriftstellerleben finden sich in dem stets beneidenswert gutgelaunten Weblog meines verehrten Kollegen und Mitherausgebers des " 12.Tages" Titus. Und der klingelnde Papagei ist der echte Papagei einer Buchhändlerin, der klingeln kann wie ein Telefon. Und der bei Lesungen gern an der völlig falschen Stelle in Gelächter ausbricht ...

Und Titus, wann kicherte es bei Dir im Hintergrund?

Frankfurter Provinzposse hochwohlgeborener Art

Eine lächerliche Provinzposse trägt sich dieser Tage in der großen und ach so weltoffenen Bankenstadt Frankfurt am Main zu, die einem hinterwäldlerischen Kleinstdorf würdig wäre.

Da erdreistet sich ein Schaupieler (das sind die, die erschaffen und ab und zu etwas durchgeknallt sind) frecherweise einem Kritiker (das sind die, die nichts erschaffen, aber zu allem eine ultimative Meinung haben - häufig so eine Art Scharfrichter oder Königskröner) einen Schreibblock, woraufhin sich der Große Herr empöret und argumenthyrt, sain Skrybenblockke mecht yhn verletzet hoben, alldieweil dhy Pressefryheit darselbstigt, dhy er, groszer Ghyst dher ero sy, verkorperiret, von dem unflahtig Schauspyller attakiret. Alsda der Große Hair Kryttikair zu dem hochwohlgeborn Blatte FAZtte rannte undt weinerlich Schimpf und Schand verkündet und derweil in bester Klüngelmanier für die Entlassung des betreffenden Schauspielers sorgt - und ihn zugleich damit noch berühmter macht. Der betreffende Schauspieler Thomas Lawinky wurde sogleich vom BE (das liegt in der größeren Stadt Berlin, die nicht ganz so piekfein wie hochwohlgeborn Frankfurthen ist) eingeladen.

Was für ein lächerliches Possenspiel unserer konservativen Clowneske.

21/02/06

Karikaturenstreit: Ein Pressespiegel

Ein umfangreicher Pressespiegel zum sogenannten und auf allen Seiten mit Lust instrumentalisierten Karikaturenstreit findet sich in dem auch sonst höchst lesenwerten Kosmoblog der ZEIT.

"[Jungle World:] Das Verrückteste an der Sache sei allerdings, meint der Journalist Awat Rizgar, dass es in der Region viel bessere und deftigere Witze über Mohammed und den Islam gäbe. Warum so viele Europäer sich für ein paar vor Monaten veröffentlichte Karikaturen entschuldigen, statt vehement die Pressefreiheit gegen Islamisten und andere Feinde der Freiheit zu verteidigen, kann er jedenfalls nicht verstehen. [...] [Kosmoblog:] Man kann aber auch zu dem Schluss kommen, dass die Einschüchterungs-Kampagne erfolgreich war: dass zwar keine de jure-, aber doch eine de facto-Zensur besteht - infolge der berechtigten Angst, zur Zielscheibe von Gewalt zu werden." - Quelle

20/02/06

Das Mysterium der Tagesschau: Ein Chamaeleon?

Das ist ja seltsam: Heute Abend sah die Tagesschau auf rbb so aus (ich bitte die miese Bildqualität zu entschuldigen):

Tagesschau 20.2.2006, 20:11, rbb
... und auf Phoenix so - 20:07:
Tagesschau 20.2.2006, 20:07

... ABER auf NDR so - ebenfalls 20:07:
Tagesschau 20.2.2006, 20:07, NDR

Na, ist der Unterschied aufgefallen? Weiß jemand, welchen Grund das hat? Es ist offensichtlich die gleiche Sendung, zeitgleich und wortgleich die gleiche Meldung ...

Rätsel der modernen Welt.

Nachtrag:
21.2., 20:01: Heute tritt in allen Tagesschauen die gleichen Sprecherin auf. Wurde gestern eine alte Tagesschau wiederholt?
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Was wird denn das, SPD?

Geht es der verehrten Regierung noch gut? Jetzt erdreistet sich Wiefelspütz, einen drohenden Terroranschlag aus der Luft in regelfüchsischer Schläue kurzerhand als "kriegerischen Akt" auszulegen:

"Das Bundesverfassungsgericht hat ausschließlich über einen nichtkriegerischen Luftzwischenfall entschieden", sagte Wiefelspütz der Zeitung "Die Welt". "Bei der Abwehr eines Terrorangriffs von außen, der sich mit polizeilichen Mitteln nicht abwehren lässt und der im Schadensausmaß einem herkömmlichen militärischen Angriff mit Soldaten gleichkommt, müssen die Regeln für die Landesverteidigung gelten." - Quelle

Natürlich nur, wenn das Flugzeug im Ausland entführt wurde. Daraus folgt, um die begeisterte Zustimmung Franz Josef Jungs (CDU) zu nennen, die Fortführung des Gedankens: Das sollte auch gelten, wenn das Flugzeug ausschließlich mit Terroristen besetzt ist (aha). Und wieso rufen wir nicht gleich präventiv das Kriegsrecht in unserem hart umkämpften Lande aus, dann braucht man sich wenigstens nicht mehr um lästige Dinge wie Grundgesetzartikel und politisch unbequeme Rotroben zu scheren!

Wer dem Bundesverfassungsgericht rhetorisch ins Gesicht speit und fleißig Geister ruft (wie jene Vorschläge Jungs), der zeigt meines Erachtens selber: verfassungsfeindliche Tendenzen. Daß ausgerechnet die Sozis sich am fröhlichen Brechstangenfandango gegen republikanische Grundwerte beteiligen, ist wahrlich eine bittere Ironie der Geschichte.

PS. Ja, dieser Eintrag ist polemisch. Reflektiert man aber die politische Entwicklung der letzten Jahre, muß einem Demokraten ab und zu der Kragen platzen.

Aktualisiert | Gewoelle [RSS] | Permalink

16/02/06

Zensur live scheint mittlerweile naheliegend: Dürfen nicht-Europäer keine Tagesthemen sehen?

Owl content - Wachsam wie eine Eule! Noch einmal die Eulen:
Es ist nicht verifiziert und es kann auch völlig andere Ursachen haben - will sagen, was hier steht, ist Spekulation.

Aber in der heutigen Zeit, bei aktiver Zensur seitens Google in China und dergleichen, würde es nicht wirklich verwundern, wenn es zuträfe: Daß außerhalb der Eurozone, oder zumindest innerhalb der USA, die "Tagesthemen" und im Speziellen die Meldung zu den neuen Folterbildern nicht besichtigt werden könnten. Diese Vermutung wird durch die Kommentare im Immo-Blog nahegelegt:

"Aeh, worum geht es ? Klicken auf sfdrs-videos und dort die "tagesschau". Ergo : Folterszenen Britische Soldaten im Iraq ??? Diese darf ich, so zdf-tagesthemen, nicht als ip in USA sehen, wohl aber ueber das Schweizer Fernsehen (egal WO und WER und WIE ich im Internet bin, vow !)" - Quelle und weiterlesen ...

Was man früher mit einem Kopfschütteln als paranoides Hirngespinst abgetan hätte, erscheint heute schon als ganz naheliegende Möglichkeit.

Neues von der Bücherfront: Ein Buchhändler-Weblog

Amüsante Anekdoten von der Bücherfront finden sich im neuen Weblog " Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn" (wir Autoren sind ja gewissermaßen nur die Küchenjungen der Nachschubfabriken, gaaaaanz weit hinten).

(via Schockwellenreiter)

Die Zensur des "freien" Westens kommt durchs Hintertürchen: "Geistiges Eigentum" als repressive Ersatzreligion

Eine gewagte These, aber durchaus bedenkens- und lesenswert, nicht nur bezüglich der Zensur (das inzwischen gern versuchte Stillegen von Kritikern mittels Markenrechtsanwalt und daraus resultierender vorauseilender Gehorsam), sondern auch bezüglich "Geistigem Eigentum" als Ersatzreligion:

"[...] Traditionelle Religionen und die vom "Geistigen Eigentum" ähneln sich teilweise verblüffend in ihren Glaubensvorstellungen. Viele Religionen möchten Menschen etwas glauben machen was für Außenstehende oft dem gesunden Menschenverstand widerspricht: Etwa, dass eine mit Allmacht ausgestattete Entität Wert darauf legt, dass man Quasten an seinen Gewändern befestigt; oder dass die Nennung eines bestimmten Namens verboten ist und dass nur Auserwählte mit einer bestimmten "Lizenz" dies dürfen - wie bei der Religion vom "Geistigen Eigentum". [...]" - Weiterlesen

15/02/06

Warum Soldaten keine Politik machen sollten

Eine Bekannte berichtete, ein ausländischer Scharfschütze aus Urlaub habe ihr in Bezug auf die Folterskandale gesagt, die ganze Aufregung würde bei seinen Jungs eher belächelt werden, so sei es halt und es werde ja eh nie anders werden. Ja, das haben die Büttel der Feudalherren und die Hexenverbrenner der Neuzeit sicher auch so gesehen.

Für einen Soldaten, der im Auftrag ihm persönlich Unbekannter ihm Unbekannte tötet, mag diese Logik durchaus eine essentielle Selbstschutzfunktion haben - damit er sich keinen Vollbart wachsen lassen muß.
Nein, nicht wegen islamistischen Dingen oder dergleichen, falsch assoziiert - sondern wegen des Unvermögens des sich-im-Spiegel-anguckens. Politisch ist dieser apologetische Unsinn natürlich fatal.

13/02/06

Eine humoristische Polemik zum Thema Datenschutz

Owl content - Wachsam wie eine Eule! ... mit viel bitterem Wahrheitsgehalt. Ja, die pensionierten StaSi-Funktionäre lachen sich mit Sicherheit schlapp ... das nenn ich amüsante Rente.

"( ...) In der DDR musste ROHE GEWALT ran, an der Grenze wurden Leute abgeknallt, da war noch richtig REPRESSION notwendig, um die Leute halbwegs vollständig überwachen zu können, was hatten wir da Mühen, der Alltag war wirklich sehr beschwerlich und voller ekelhafter Gewalt.

Aber hier und jetzt - zahm wie Hauskätzchen alle! Ich hab mich ja mit meinen alten Stasikumpels kaputtgelacht Anfang 2005 als es GAR KEINEN Protest in irgendeiner Form gab - ein paar Krawattenbubis, die sich als Vorsprecher kommerzieller Verbände fühlen, hatten verlegen ein wenig herumgestottert, und das wars! Was für ein Coup! Wir können Euch allen den Arsch abhorchen und KEINE SAU wehrt sich - SO SIEHTS AUS - was seid Ihr doch für armselige Weicheier, Ihr habt es nicht anders verdient! ( ...)" - kompletter Artikel

(via Owl content)

11/02/06

US-Bürger protestieren vermehrt gegen Überwachung durch RFID-Technologie

Owl content - Wachsam wie eine Eule! Über einen aktuellen Beitrag bei Heise zur Implantation von RFID-Chips in die Körper von Firmenmitarbeiternin den USA stößt man auf die interessante Seite spychips.com, auf der Neuigkeiten zu Proteste gegen die vermehrte Anwendung von RFID-Chis zur Warenkontrolle und individuellen Personenüberwachung gesammelt werden. Es steht dort auch ein Newsletter zur Verfügung, ebenso ein Weblog.

Es bleibt zu hoffen, daß der Widerstand in den USA ebenso wie in unserem eigenen Land rechtzeitig groß genug sein wird, um eine Ausweitung der RFID-Überwachung zumindest einzudämmen.

Wen wundert's?

Das Gehabe neokolonialistischer, von manifest destiny erfüllter Narren auf der einen, von Armut und / oder diktatorischer Herrschaft gezeichnete Völker auf der anderen Seite - und dazwischen ein Blättchen zweifelhaften Rufes, das sich zum Zündeln berufen sah.

10/02/06

BildBlog: Killer-Milchschnitte rockin' da House

Das BildBlog hat von seinen Fans bei dosenbier-rockt.de einen kleinen rockenden Song ( mp3 download über IT&W) geschrieben bekommen.

Weiter so, BildBlog!

09/02/06

Massaker in Synagoge: Nicht der Antisemitismus, ein Egoshooter sei die Ursache, so Prawda

Am 11. Januar verübte der zwanzigjährige Alexander K. ein Massaker in einer russischen Synagoge. Die Prawda schrieb daraufhin:

"The game [=Egoshooter] which the young man was playing made him a zombie. The man was programmed to demolish and kill. It was believed not so long ago that the descriptions of such mental disorders could be found in fictitious novels and stories. However, those addicted to computer games often suffer from the so-called videogame epilepsy syndrome. [...] A person who suffers from the videogame epilepsy syndrome can easily grab a kitchen knife, leave the virtual world and look for victims in reality." -- Quelle

Was die Prawda hier so leicht erklärt zu haben meint, besitzt jedoch Merkmale einer Sündenbock-Politik. So schreibt die Zeitung:

"This is not a matter of 'fascism knocking on people's doors', as spokespeople for the Jewish community in Russia put it." -- Quelle

Demnach wäre das durch einen Egoshooters (auch "Killerspiel" genannt) verursachte dubiose "Syndrom" Schuld an dem Amoklauf, nicht etwa ein laut der jüdischen Gemeinde ansteigender Antisemitismus.
Interessanterweise verhält es sich bei US-amerikanischen Meinungen (mit Ausnahmen) genau umgekehrt: Hier wird fast ausschließlich auf den antisemitischen Aspekt eingegangen und so gut wie gar nicht auf das Spiel, das gemäß seinen Screenshots und der Demoversion tatsächlich "ultra-butal" genannt werden kann und Counter Strike, Doom3 und andere Shooter noch weit in den Schatten stellt. Die Beschreibung einiger Mods des Herstellers gibt hier einen Eindruck: "To all the fans I give you my first mod of this game, actually it's a texture mod that removes the chix's panties in the game and replaces it with some real flesh... You now have to kindsa pussies in the game , if you know what I mean...hehe" "With this mod you can shoot limbs off of people and corpses, right down to their little midsections."

Über die Problematik von sog. "Killerspielen" und eine wissenschaftliche Einschätzung ihrer Risiken bietet das Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie einen entsprechenden Vortrag an und bloggt zum Thema.


Zu den Mohammed-Karikaturen und Broder-Rhetorik ...

... findet sich in dem auch sonst lesenswerten Weblog Chuzpe eine interessante Betrachtung: Die Freiheit der Jyllands-Posten war nie meine Freiheit und Noch eine jüdische Stimme zu den Karikaturen?

08/02/06

John Perry Barlow: Declaration of the Independence of Cyberspace

Declaration of Liberty Jep, still sounds good.



(Danke, Jörg)

Ballistic Eichhorn, frozen, connecting with Windschutzscheibe, hi-speed

So ungefähr (stilistisch etwas freier interpretiert) lesen sich manche Begründungen, die Autofahrer für kaputte Windschutzscheiben, Kratzer und der gleichen bei Versicherungen angeben - und da behaupte einer, es gäbe keine Fantasie mehr auf der Welt ...

(via IGaK aktuell)

07/02/06

Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.

Dieser Satz darf sich stolz zu den wohl häufigsten zweckdienlich gedehnten und dadurch gewandelt zu den brandgefährlichsten Aussonderungen des menschlichen Intellekts zählen (der Krieg als "wahres politisches Instrument, eine Fortsetzung des politischen Verkehrs"*, nicht "verwildert", sondern unter der Kontrolle der Politik), ganz zu schweigen von dem Blut aus unzähligen Massenmorden, das daher an seinen scheinbar oder tatsächlich legitimierend-rhetorischen Fingern klebt.
Albrecht Müller sieht in den NachDenkSeiten, "Ein Wiedersehen mit den Fünfzigern", nach einer Periode der Einkehr von Vernunft nun die alten tumben Parolen merkelnd wiederauferstehen.


(*)Clausewitz, Vom Kriege, Stuttgart 1980, S. 39

06/02/06

IGaK on the Blog

Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie. Logo: Maren Winter. Schriftzug: Marlene Eltschig Das Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie hat unter Kais tatkräftiger Mithilfe ein eigenes Blog eingerichtet, in dem neben Neuigkeiten und Veranstaltungsankündigungen zum Institut auch Pressemeldungen zum Thema Kriminalität und Skurriles zum Thema (wie der Eierdiebstahl eines Flamingopaars) gesammelt werden.

05/02/06

Vom Orm gestreift

Titel Walter Moers hat mit " Die Stadt der Träumenden Bücher" ein großartiges Werk geschaffen: Einen verschriftlichten Traum, der vor Phantastik - nicht der ausgelutschten Fantasy - nur so überquillt. Darin geht es unter anderem um das "Orm", das die dortigen zamonischen Autoren durchströmen kann:

"'Das Orm durchströmte seinen Geist und entführte ihn weit hinauf an einen Ort des Universums, [...] ein[en] Planet[en] ohne Substanz, [...] aber von solch geballter Vorstellungskraft, daß er die Sterne in seiner Nähe zum Tanzen brachte. Hier konnte man eintauchen in die schiere Fantasie und Kraft tanken, die den meisten zeitlebens vorbehalten war. [...] Als er von diesem Ort zurückkehrte, war er zum Bersten gefüllt mit Worten, Sätzen, Ideen, alle vorgefügt, poliert und geschliffen, er brauchte alles nur noch niederzuschreiben' [...] Das war der Traum des faulen Dichters: einfach den Griffel in die Hand nehmen, und alles schreibt sich wie von selbst. Schön wär's" - Die Stadt der Träumenden Bücher, S. 340 f.

Schön war's. Jetzt weiß ich, was damals passiert ist, als ich siebzehn war: Das Orm ist schuld!
Denn nie zuvor hatte ich mit Schreiben oder gar Dichten was am Hut gehabt und war dann von einem Augenblick zum anderen wochenlang kaum bei Sinnen gewesen, ein kariertes Blatt nach dem anderen wurde gefressen und unzählige Kugelschreiber verschrieben, stundenlag, atemlos, bis dann zweihundert Seiten ... nun ja, Text ... fertig waren. Wenngleich ganz un-ormig ein unbeholfener Versuch das Ganze und ein Steinbruch für das erste später veröffentlichte Buch - es zu schreiben, das war großartig und unvergleichlich, das war wirklich wie ein Rausch, da haben Worte jede Barriere niedergetrampelt, um aufs Papier zu kommen. Und verdammt, wenn so ein Wort, ein Satz, eine Handlung rauswollen, dann fackeln sie nicht lange.
Nur ganz, ganz selten wiederholt sich eine Ahnung dieses Zustands, und der ist nicht von langer Dauer. Aber selbst diese kleinen Augenblicke haben es in sich.

"Vom Orm durchströmt" zu werden - das war einfach großartig.

01/02/06

Bundesregierung will Datensätze aller BürgerInnen verkaufen

Owl content Das ist doch jetzt aber bitte eine Ente?
(Obwohl - denkbar wärs. Nützt ja der Wirtschaft.)

(via Sabbeljan)

QED (zum wiederholten Male): Es gibt ein Rektum im menschlichen Geiste.

Was ein Kolumnist des populärsten Blattes der Nation beweist. Ist nichts Neues, aber doch immer wieder beachtlich.

"Doch W***** gibt in seinem Brief den "lieben türkischen Schülern" noch gute Ratschläge mit: 'Wenn Deutschland zu Eurem Land werden soll, dann müßt Ihr fließend Deutsch sprechen. Oder Ihr übernehmt die Rolle der Indianer in Amerika. Straßenräuber, Drogenkranke, Geächtete. Ohne Deutsch kein Schulabschluß, ohne Deutsch keine Lehrstelle, ohne Deutsch ein Indianer.'" - Quelle

Dürfen sich unsere -zigtausend vergeblich lehrstellensuchenden braven oder auch ganz aufrrrrächten Toitschen jetzt auch alle "Indianer" nennen, Herr W...?
Und was die "drogensüchtigen" "Indianer" und die "nichtdeutschsprechenden" "Türken", re. "Straßenräuber", re. "Drogenkranken", re. "Geächteten" betrifft, so offenbart die Kolumne nur eines: Billigsten, massenkompatiblen Rassismus.

Gute Nacht. (Siehe auch der Eintrag " Boulevardpresse? Hetzblatt!")

Nachtrag:
Selbst die Tagesthemen halten das Blatt, das derartige hetzerisch-rassistische Artikel publiziert, nichtsdestotrotz für abbildlich zitierfähig; so am heutigen Tage zum Fall der angeblichen Lösegeldfunde in den Kleidern der S. O.

Nachtrag II:
Die Berliner Zeitung dagegen spricht klare Worte: "Es liegt aber auch an dem außergewöhnlich miserablen Ruf der Zeitung, die mit ihren Verleumdungen, Falschmeldungen und Kampagnen weit über das hinausgeht, was man von einer Boulevardzeitung zu tolerieren bereit ist."
(via Bildblog)

Aktualisiert | Gewoelle [RSS] | Permalink

Von der Gefahrenabwehr zur Gefahrenvorsorge

Owl content - Wachsam wie eine Eule! So sieht Sachsen-Anhalts Datenschutzbeauftragter Harald von Bose die derzeitige Entwicklung angesichts der Datensammelwut durch Staat und Wirtschaft. Die Instrumentalisierung des Mautsystems für Strafverfolgungszwecke ist hier ein Paradebeispiel für die Nutzung "ziviler" Technologien zur alltäglichen Massenüberwachung. Die angeblich zu verteidigende Freiheit wird Stückweit der Sicherheit (die sie angeblich verteidigen soll) abgeschafft.

Nachtrag:
Gerade über metaowl bei Hitchhiker's Guide to Privacy gelesen: Ein RFID-Reisepass ist gehackt worden.
"In etwa zwei Stunden kann dann der zuvor aufgezeichnete Code geknackt werden, so dass Geburtsdatum, Foto und Fingerabdruck des belauschten Passbesitzers im Klartext vorliegen. Passfälscher müssen zukünftig also gar nicht mehr Pässe stehlen oder ausleihen und kopieren; es reicht vielmehr völlig, wenn sie sich mit Notebook und RFID-Empfänger in 10 Meter Umkreis einer Passkontrolle beispielsweise am Flughafen auf die Lauer legen." -- Quelle
So viel zum Argument der "Fälschungssicherheit" (wobei anzumerken ist, daß dieses Pro-RFID-Argument ohnehin nicht valide ist, da unsere bisherigen Reisepässe schon extrem fälschungssicher waren. RFID macht sie demnach eher fälschungsanfälliger).


























Der Uhu bei Twitter
"Was ist das! Ein Uhu - wieso ist der nicht in seiner Tube!"
Otto Waalkes

Der Uhu führt hier ein Weblog, ist aber gewiß kein "Blogger".

Lesungen-Vorträge: pdf

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