Jugger

24/04/13

Notiz: 7. Berliner Juggerpokal: Ein Klassiker

Panorama: 7. Berliner Juggerpokal
Zum siebenten Male fand in Berlin der Berliner Juggerpokal, einst Saisonauftaktturnier im Jugger, statt.

Kuchen: 7. Berliner JuggerpokalTrotz der Menge an Turnieren im Frühjahr kamen 27 Teams aus der ganzen Republik -- aus Greifswald, Hamburg, Nürnberg, Hannover und vielen anderen Städten.
Auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens rangen sie um den Pokal (der von Rigor nachgereicht werden muß, da er nicht mitgebracht wurde, ob aus Vergesslichkeit oder – in Anbetracht der ungebrochenen Siegeskette der vorangegangenen Juggerpokale nicht unbegründeten – Siegesgewissheit sei dahingestellt). Gespielt wurde im Satzsystem: 5 Punkte gewinnen einen Satz, 2 Gewinnsätze führen zum Gewinn des Spiels.
In einem atemberaubenden und technisch hervorragenden Finale schlug Zonenkinder Jena das bisher ungeschlagene Team Rigor Mortis, TiB Berlin. Beeindruckendes Kettenspiel, spannende Spielzüge!

Pig Pile vs. Victim - Finale JugendmeisterschaftParallel dazu fand ein Kinder- und Jugendturnier statt, das vom TiB (Rigor Mortis) organisiert wurde und dessen Finale von erstaunlich hoher Qualität war: Zügiges Spiel, guter Überblick der jungen Spielerinnen und Spieler, schnelle, starke Zweikämpfe (insbesondere seitens der Ketten), hier wächst Nachwuchs heran, vor dem sich die etablierten Teams besser werden in Acht nehmen müssen.

Eine besondere Sache war der Besuch der gut trainierten Juggermeister aus Spanien, die extra für den BJP angereist waren. Insbesondere ihre Spielweise mit dem Schild ist durchaus spannend und verdient einen näheren Blick. Die elektronische Trommel bewährte sich, ebenso wie das irische Doppel (nach meiner Ansicht).
Dank an die vielen Leute vom Jugger e. V. , die sich für dieses großartige Ereignis krummgelegt und ein ausgezeichnetes Turnier hingelegt haben!

Eine Auswahl an Photos findet sich auf flickr vom Uhu und in der flickr Jugger-Gruppe.

Ausufernder Protest
Protest für die artgerechte Haltung von Hundeschädeln (vulgo "Juggs"), eine Spitze gegen die Argumentation eines Landessportbunds, Hundeschädelimitationen vertrügen sich nicht mit den Tierschutzrichtlinien.

Huh!

Huh! Eine Kette!

Photos: cc nc-nd-by 3.0 ein uhu

03/04/13

Notiz: Freies Jugger - ebook überspringt 1.000er Auflage

Höchst erfreuliche Neuigkeiten: Das kostenlos downloadbare PDF "Jugger. A post-apocalyptic sport for all occasions", die stark und ständig erweiterte Übersetzung des ersten Juggerbuchs von 2006 (damals gedruckt im Verlag an der Ruhr), hat laut Statistik die 1.000er-Grenze an Downloads und Previews überschritten!

Selbst wenn man Mehrfach-Downloads durch aktualisierte Versionen in Rechnung stellt, bleibt diese Zahl doch recht beeindruckend. Zu diesem Anlaß an dieser Stelle erneut der Aufruf: Wer Neues aus der internationalen Jugger-Gemeinschaft zu berichten weiß, möge erwägen, fürs Buch oder fürs International Jugger Blog einen Beitrag verfassen (möglichst auf Englisch).

Der Uhu dankt allen geneigten Leserinnen und Lesern!

Das Buch wurde kürzlich auf Fassung 4/13 aktualisiert: [ Download ].

17/03/13

Notiz: Anschauen!

Großartiges Video über Jugger von Linus, unter Einsatz mehrerer Kameras und "Qwik-" und "Ketten-Cam". Eine Erklärung für Neugierige, ein Genuß ebenso für Erfahrene (iframe).

03/03/13

Notiz: Wenn einem ein eigenes Logo begegnet

Schön zu sehen: Eines meiner kleinen Jugger-Logos begegnete mir zufällig auf einem Turnier, es hat es auf das Trikot eines Nürnberger Jugger-Teams geschafft. Feine Sache.

Ein Logo hat's auf ein Trikot geschafft

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21/02/13

Notiz: Neue Infos zum ersten Jugger-event in Schweden (Metallsvenskan)

Im Jugger-Forum finden sich ein paar Aktualisierungen zum Juggerspiel auf Metallsvenskan, dem ersten Jugger-Event in Schweden.

Bitte dort auch Teilnahme eintragen!

12/02/13

Notiz: Jugglers Juggs schicke Leibchen

Das Freakige ist im Jugger noch lange nicht tot. Beweisen Dinge wie beispielsweise die neuen Leibchen von Jugglers Jugg. Ganz heiße Ware!

10/02/13

Notiz: Überarbeitung des Jugger-Regelwerkes

Das deutsche Jugger-Regelwerk soll durch eine kleine Arbeitsgruppe komplett umgebaut und "anwenderfreundlicher" formuliert werden. Die Regeln an sich sollen dabei nicht verändert werden. Im Gespräch sind derzeit Urgestein Siggi (Hamburg), der regelkundige Regelfuchs {Peter} der Leeren Menge, GAG-Böhme und Johanna, eine Neujuggeressa aus Jena, von der große Sprachkompetenz erwartet werden darf.

Da das so gut wie alle deutschen Jugger betreffen dürfte, lohnt sich ein Blick in das Thema im Forum.

18/01/13

Notiz: Jugger in Schweden

Jugger findet nun auch erste zarte Anfänge in Schweden. Passt ja ganz gut zu den metalfreudigen Wikingernachfahren.
So gibt es ein regelmäßiges Training nahe Örebro, Jugger stand schon in zwei Zeitungen, und es findet am kommenden Sonntag ein spezielles Vorstellungstraining für Erwachsene statt. Hier gehts zur schwedischen Jugger-Seite!

Darüber hinaus wird Jugger Ende Mai auf dem Heavy Metal-Festival Metallsvenskan vorgestellt werden – unmittelbar vor dem Finalspiel des Band-Fußball-Turniers. Eine Ankündigung des Events steht auf Facebook.

Deutsche Spieler und Teams, die an diesem Pionier-Juggerevent in grandiosem Rahmen teilhaben wollen, können sich über das deutsche Jugger-Forum über die Details austauschen. Die deutsche Infoseite zur Veranstaltung findet sich im Jugger-Wiki.

15/01/13

Notizen: Jugger-Liga, Turniere, Uhus Kommentar aktualisiert

Item. Jugger-Liga

Jugger Liga Die Jugger Liga (angiziert auch "German Jugger League" benannt) ruft zur Vorstellung der Kandidaten fürs neue Gremium 2013 auf.
Siehe Jugger-Forum: Vorstellung Städte-Kandidaten.

Item. Jugger-Turniere 2013

Die Zahl der Jugger-Turnieranmeldungen häuft sich bereits jetzt im JTR. Wer noch ein Turnier ausrichten möchte, möge sich beeilen, ehe alle Wochenenden der warmen Jahreszeit überfüllt sind ...
Siehe JTR.

Jugger på Metallsvenskan 2013 (utkast)Besonderes Augenmerk möchte ich auf das Järnfalkar Metal turnering lenken, Juggerspielen auf einem Metal-Festival, die erste Jugger-Veranstaltung in Schweden. Mehr dazu später.
Siehe JTR: Järnfalkar.

Item. Uhus Kommentar

Jugger-Regelwerk: Uhus Kommentar Für alle, die es interessiert:
Eine aktualisierte Fassung des Kommentars zum Juggerregelwerk, mit ein paar neuen bzw. klarifizierten Regelfragen, steht online.

Download des PFDF-Dokuments hier.

29/08/12

Uhus Umzug -- looking for static blog software

Da Thingamablog nicht mehr fortgeführt wird und es nur mehr eine Frarge der Zeit sein dürfte, bis es nicht mehr unter aktuelleren Javaumgebungen läuft, bin ich auf der Suche nach einer geeigneten -- und vergleichbaren -- Blogsoftware.
Mein Anspruch ist, eine Local Publish-Software zu finden, die wie TamB unabhängig von Datenbanken ist und statische Seiten via FTP auf den Server lädt. Wer Tipps hat -- herzlichen Dank!

Bis der Uhu Beute gemacht hat, kehrt im Nest wohl erstmal Stille ein.


I am looking for a weblog software as an alternative to Thingamablog. Until I have found a weblog generator that uploads static pages via FTP (like TamB does), this blog will be quite silent. Sorry!

If you can recommend such a static page generator weblog software (categories, automatic archiving by date and individual RSS by category are a prerequisite), thanks for dropping me a note!

Testflüge

Acrylamid – sieht vielversprechend aus. Wird getestet (Danke für den Tipp per Mail!).

Static – VoodoPad benötigt 10.7+, auf das ich aufgrund seiner Download-Politik erst einmal verzichte. (dennoch danke, Jörg).

28/08/12

Spielerpositionen als Aufbügler

Aufgbügeltechnik-Tipps: Siehe unten | Diskussion dazu im Jugger-Forum siehe dort.

Wer spielt vor allem Kette, wer pompft und wer ist Captain?
Eine vielleicht reizvoller Weg, dies deutlich zu machen, können kleine Aufbügel-Abzeichen sein, die je nach Position aufs Trikot oder ein Halstuch gebracht werden (Siehe dazu der ursprüngliche Beitrag in Uhus Jugger-Blog).
Auf der DM kommendes Wochenende werden wohl Falken solche Dinger tragen, Laggerfalke Lemjok hat sie jedenfalls dabei.

Warum nicht diese Idee allen zugänglich machen? Der Uhu sie also auch für Nichtfalken-Teams als geschnittene Flockdruck-Symbole (Durchmesser ca. 5 cm) zur Verfügung: Mit dem Bügeleisen auf Stufe 2 eine Minute auf den Stoff pressen, dann saßen sie bei mir. Aufdrucken auf eigene Gefahr, also sicherheitshalber erst testen! Siehe auch Flockpress-Tipps sowie die Schritt-für-Schritt-Anleitung unten.

Zur Kostendeckung beträgt der Preis pro Stück 2 €, der Versand lohnt sich ab 10 Stück in einer Farbe (Versandkosten inbegriffen), Addendum: Ich kann die Kosten runtersetzen auf 1 Euro ab dem 16. Stück. Versand wie immer inklusive. Dafür kanns schon zwei Wochen dauern, bis sie da sind ...

Farbe nach Wunsch, aber als Näherungswert, gemäß Flockfarben-Tabellen. Wer solche Dinger haben möchte, wende sich an den Uhu (bspw. via sein Profil im Forum per Mail).

Aufbügler, auf einem Trikot ⇐So siehts aufgebügelt aus
Spielerpositions-AufbüglerAufgebügelt und Einzelstücke, mit Backpapier und Bügeleisen ⇒

Wegen Interesse hier meine Aufbügeltechnik:

Wie geschrieben muß jeder selber ausprobieren, wie das Material sich mit der jeweiligen Kunstfaser verträgt. Zudem können verschiedene Bügeleisen wohl unterschiedliche Temperaturen auf gleicher Stufe erreichen. Ideal sollen lt.Drucker rund 180°C sein.
Bei mir klappte es auf folgende Weise ausgezeichnet (Masita-Kunstfasertrikot Mundial, laut Waschtzettel Bügeleisen Stufe 1, sowie Baumwoll-Mischgewebe eines Hoodies):

  1. Bügeleisen auf Stufe 2 anheizen.
  2. Trikot auf eine bügelfähige Unterlage legen (Bügelbrett oder dicker, nichtfärbender Stoff). Die zu bedruckende Stelle glatt auslegen, ohne Falten, auch nicht im Stoff darunter.
  3. Ein Stück Backpapier unter den Stoff der zu bedruckenden Stelle einschieben.
  4. Das Aufbügelzeichen auflegen. Dabei die durchsichtige Folie nach oben (zum Bügeleisen) legen.
  5. An sich geht es gut ohne Backpapier, zur Sicherheit kann hier wiederum Backpapier zwischen Eisen und Aufbügler gelegt werden.
  6. Nun mit möglichst großem Druck etwa 1 Minute das Bügeleisen auf den Aufbügler pressen. Dabei aber ab und zu die Position des Eisens wechseln, damit im Stoff keine "Bügelfalten" entlang des Eisens entstehen. Sicherheitshalber ab und zu prüfen, ob die Trikot-Kunstfaser sich verändert (Verfärbung oder Geruch). Bei mir geschah nichts dergleichen.
  7. Bügeleisen fortnehmen. Das Trikot nicht bewegen. Aufbügler erkalten lassen.
  8. Wenn er erkaltet ist, mit dem Bügeleisen noch einmal kurz erhitzen. Dann die nun recht leicht abziehbare Folie abziehen. Dabei scheint ein spitzer Abziehwinkel von Vorteil zu sein.
  9. Nun kann man, wenn man will, noch einmal vorsichtig (ggf. mit Backpapier) über den "bloßen" Aufbügler drüberbügeln, damit er auch überall gut haftet.
  10. Andere neidisch gucken lassen.

Ach ja, und bedruckte Trikots (ob nun professionell oder im Eigenbau) sollten nicht in der Waschmaschine geschleudert werden ... Spaghettigefahr.

Diese Symbole gibt's (Addendum: Siehe auch die neuen Motive für einzelne Pompfen im Forum):

Jugger - Spielerpositionen -Aufbügler

Reihe 1: Läufer (Qwik), Stab, Q-Tip, Langpompfe, Schild, Kette.

Reihe 2: Captain, Teamchef, Juggermaster*, Schrankträger/Archivar.

Reihe 3: Trainer**, Pompfer allgemein, Baumeister.

*) Begründer und langjähriger Chef eines etablierten Juggervereins mit mehreren Teams, Urgestein mit umfasssender Erfahrung, max. 1 pro Verein/Team-Gruppe

**)Auf dem Trikot oder der Teamjacke: Trainer; anderenorts: Sport Jugger allgemein

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11/07/12

Jugger-Regelwerk: Anstoß für einen Kommentar

Jugger - Regelwerk: Ein Kommentar Nachdem ich bereits im Fanzine zur Deutschen Meisterschaft 2011 die Idee für einen Kommentar zum Regelwerk vorgestellt habe, soll an dieser Stelle mal ein konkreter Vorschlag für einen solchen Kommentar gegeben werden.

Dieser Kommentar ist natürlich nur als höchst verbesserungsfähiger und subjektiver Vorschlag zu verstehen, vielleicht regt er ja aber entsprechende Arbeit an ...

Hier ist er:

Das Juggerregelwerk – Uhus Kommentar (PDF) – [Hier als offenes RTF]

11/06/12

Crowdfunding-Aufruf für Jugger-Video von Linus

Der Freie Falke Linus hatte vor einiger Zeit ein ganz hervorragendes Stimmungs-Video zu Jugger gedreht. Wie er schreibt:

Für das Video habe ich mit einer mittelmäßigen Kamera über 3std Turniermaterial vom Rand aus gesammelt. Also eigentlich kein Wunder, dass es für jeden Neuling zu chaotisch aussieht, um ernsthaft etwas damit anzufangen. Dennoch wurde das Video weltweit zu Präsentationszwecken genutzt, einfach weil es viel actionlastiger ist, als die bisherigen Mitschnitte.

Nun würde er sich gern einem (noch besser gemachten) zweiten Video widmen, wofür er zwei Kameraleute und jede Menge geliehene Filmausrüstung, sowie natürlich einen Haufen Zeit braucht.

Um nun ein solches zweites Video machen zu können, wendet er sich an Euch, die Jugger-Gemeinschaft, mit der Frage, ob ihr ihn dafür finanziell unterstützen möchtet. Ich persönlcih finde die Idee sehr gut, denn: Zum einen unterstützt es die Idee des "Crowdfunding", also der Schwarmfinanzierung; zum anderen macht er einfach ganz hervorragende Arbeit, das Video dürfte für uns eine großartige Erinnerung sein. Wer Interesse hat, kontaktiere ihn via linus (ät)eggtrek.com, seine ausführliche Projektbeschreibung ⇒ gibt es auch hier als PDF zum Download.

Wichtig: Spendensammel-Schluß ist der 30. Juni!

Genug der Worte, hier ist seine Beschreibung:

Der Grund für mein Schreiben ist, dass ich ein Budget von 500€ benötige und dieses möchte ich mittels Eurer Unterstützung zusammenbekommen. Auf dem letzten Turnier hatte ich bereits die Gelegenheit mit einigen von euch persönlich zu sprechen (...) Das nächste Video soll nun genauso wie das letzte die Geschwindigkeit des Sports und das "Gefühl" auf dem Feld wiedergeben, ohne dabei so unübersichtlich zu werden.

An einem richtigen Drehtag wird mit 2-3 Kameras gleichzeitig ein teilweise gestelltes Spiel zwischen zwei Mannschaften gefilmt. Dabei sind die Kameras auch mitten auf dem Feld und können so viel interessantere Perspektiven einfangen als das übliche Mitschwenken vom Rand.
Da man so auch die Bewegungen eines einzelnen Spieler (z.B. eines Läufers) im gesamten Spielzug verfolgen kann, sollte es für Betrachter schnell offensichtlich werden worum es a) im gesamten Spiel und b) bei jeder Position geht.

Mit dieser Methode erhält man also ein actionreiches Erklärvideo, das komplett auf sprödes "Dies ist eine Pompfe. Es geht darum..." verzichten kann. Von der Sorte gibt es schließlich ein gutes Dutzend im Netz.

Seine komplette Ausschreibung steht hier als PDF zum Download.

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04/06/12

Jugger auf den Respect Gaymes 2012

Jugger auf den Respect Gaymes 2012 Über das Archiv der Jugendkulturen wurde der Jugger e. V. in diesem Jahr dazu eingeladen, Jugger auf den Respect Gaymes vorzustellen. Bei der Veranstaltung im Jahn-Sportpark gaben sich verschiedene Sportarten, HipHop-Bands und mit Infoständen auch einige Parteien die Ehre. Ein Graffiti- und ein Rap-Workshop, Breakdance-Battle und abends ein Open Air-Konzert sorgten für Unterhaltung. Die gezeigten Mitschnitte von Turnierspielen zogen manch verwunderte Blicke auf sich – und gewiß auch neue Spieler an –, und natürlich konnte der Sport auch gleich ausprobiert werden. Eine Spielvorführung live rundete die Sache ab.

Das Wetter war gut, wenn auch regensatte Wolken über den Himmel zogen. Davon ließen sich die Besucher nicht abschrecken. Und kaum standen die Jugger auf dem Feld, brach die Sonne durch.

Jugger auf den Respect Gaymes 2012
Jugger-Vorführung mit Sonne und Golden Jugg, GAG gegen Team Respect.

28/05/12

Roller Derby, a real "predecessor" of Jugger

David Webb Peoples, who invented Jugger for his movie Blood of Heroes, said he had been inspired by the short story of Rollerball Murder in the 70th. Here is a short history on Rollerball.

Now I was delighted to learn, thanks to my colleague and good friend Frank, that there is a real Rollerball – and if stories are true, it exists for much longer than the short story, or the movie. It is called Rollerball Derby, and there is even a team in Berlin: The Berlin Bombshells (what a great name), and as most teams, it consists entirely of women.

Roller Derby (26)
The interesting thing is that its all-women revival around 2000 seems to have a certain Punk- and do-it-yourself background, which reminds of Jugger of course; yet in Rollerball Derby, real bruises seem to be quite common, and the girls (okay, female athletes being sometimes well in their 30th) seem to be quite proud on it. Also, they seem to put quite a weight on their alternate "skater names". Yet again, the team names remind of those of Jugger teams (it sounds better to be the Deadly Wings of Steeeeel – babe – [Falco jugger Hunting Formation] than the Polo-shirt-approved-white-socks "Berlin Jugger White-Navy 2007", does it. Or, for that matter, the "Berlin Bombshells" instead of "RD Berlin 1"). Some emphasis seems to be put on show, as DJs and outfit is well present at tournaments. And the play with Gender/Feminist/Punk aesthetics and cliché is quite refreshing. All in all, the girls not only seem to be able give quite a push, but also have a nice self-confident kind of humour.

All in all, this seems a sport worth to watch.


A description for German speaking visitors:

Photo credits: cc by-sa Kristina D.C. Hoeppner

PS. I have no idea why I have written this article in English, where Roller Derby seems to be well-known compared to Germany ...

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18/05/12

Translation of the German Jugger rulebook online

Jugger rulebook Thanks to Daniel Ebbert and the contributors of the etherpad Jugger rules translation project, there is an English version of the German Jugger rulebook now available.

If you are interested in by which rules Jugger is played here in Germany, just grab the PDF file; if you like, you may also extract content from the RTF.

08/05/12

Jugger-Regelwerk, Fassung 3.0

Jugger Dieser Beitrag findet sich auch im Jugger-Blog.

Die zweite Abstimmung über Änderungen am Jugger-Regelwerk ist am Wochenende mit dem Ende der Beta-Phase abgeschlossen worden. Das fortan gültige Regelwerk Fassung 3.0 findet sich wie immer unter Regeln bei jugger.org.

Diese Regelabstimmung ist auch für mich eine besondere Sache gewesen: Sie ist meine letzte "Amtshandlung" als Hüter und Bewahrer des Hauptregelwerks der deutschen Jugger-Gemeinschaft. Grund genug, einen Blick zurück zu werfen.


Item. Änderungen. Kommentar des Hüters

Insgesamt konnten sich überwiegend jene Dinge durchsetzen, die bereits seit einiger Zeit mehr oder weniger Usus sind, oder die Sachverhalte klären.

Segmentum I. Einige wichtige Änderungen (nicht vollständig)

Kettentreffer
Zwei Dinge ändern sich für Kettenspieler:
1. Die Wicklung: Anstelle einen Knicks von 90°, was, weil im Spiel sehr schwer zu erkennen, seit Langem Stein des Anstoßes ist, zählt nun neben dem Balltreffernur noch die Wicklung der Kette als Treffer: Die Kette muß so weit um eine Trefferzone herumschwingen, daß sie wieder zu sich selbst zurückreicht: Also eine geschlosene Form bildet. Die Einschätzung von "L"s und "U"s sind damit nicht mehr notwendig. M. E. eine das Spiel eindeutiger machende Regelung.
2. Das Fangen der Kette mit einer Pompfe. Sobald die Kette um eien Pompfe eine geschlossene Form gebildet hat, gilt sie als "gefangen" und der Fänger ist auch dann nicht abgeschlagen, wenn sie beim weiteren um-die-Pompfe-Schwingen den Fänger trifft. Bislang konnte ein Spieler durch eine um seine Pomfpe schwingende Kette bis zuletzt noch abgeschlagen werden.

Berliner Aufstehregel
Die in der Praxis wohl deutlichste Änderung ist die Übernahme der "Berliner Aufstehregel". Mit hauchdünner Mehrheit wurde sie gewählt. Ob es hier im weiteren Verlauf zur Abwandlung des "Hand auf den Rücken" aus Sicherheitsgründen zu anderen Formulierungen ("Oberkörper" oder dergleichen) kommen wird, wird sich finden. Nach unserer vieljährigen Erfahrung hat diese Regel die Diskussionen um das Aufstehen praktisch beendet. Zugleich kam es auch nicht zu "Dauerdoppeln", wie sie in der Regeldiskussion befürchtet worden sind. Angemerkt sei noch, daß nun das Aufstehen nach dem Pin mit dem nächsten erklingenden Taktschlag eindeutig definiert wurde.

Schlagflächenpolsterung
Die Dicke der Schlagflächen (nicht Blockflächen-) - Polsterung ist nun klar geregelt. Was bisher bei Pompfenchecks wohl gang und gäbe war, ist damit festgeschrieben: Der Kernstab darf bei moderatem Daumendruck nicht spürbar sein. Die Unschärfe in der Formulierung ("moderat") gemahnt, wie ich finde sehr sinnvoll, an den gesunden Menschenverstand. Kritikpunkt kann hier allerdings sein, daß die Polsterung der Blockfläche nicht näher beschrieben wird.

Sonstige Polsterung
Auch die Frage nach der Polsterung des Griffendes ist gut gelöst worden. Dies verpflichtet auch keinesfalls zum Anbringen eines klobigen Knaufes; ein Stück Evazote und sicherndes Leder genügt, um das Kernstabende am Griff nicht mehr spürbar zu machen und zugleich den Griff auch am Ende stabil genug zu gestalten. Es sei daran erinnert, daß bereits in der alten Fassung Manschetten zur Begrenzung der Griffläche bei Stab und Q-Tip vorgeschrieben waren, um die Reichweite effektiv zu begrenzen.

Autorität der Schiedsrichter
Der Willen der Teams ist durch eine weitere Formulierung gestärkt worden, die explizit besagt, daß nicht im Regelwerk definierte zu regelnde Umstände als erstes zwischen den Teams geklärt werden müssen. Es kam in der jüngeren Vergangenheit öfters vor, daß Schiedsrichter übereifrig ins Spiel eingegriffen haben und dadurch eher Unmut geschürt, denn den Spielverlauf positiv befördert hatten. Nun ist ein weiterer Hinweis enthalten, daß in erster Linie die Teams miteinander sprechen müssen. Das ist, so denke ich, ohnehin der beste Weg, um Mißstimmungen auszuräumen. Vom Mangel an wirklich sowohl kompetenten, als auch weitsichtigen Schiedsrichtern ganz zu schweigen.

Segmentum II. Neue Fragen

Ein paar Punkte werden noch nachträglicher Klärung bedürfen. Hier zeigt sich aber zugleich, daß ein allzu exaktes festhalten an Regeln der Sache abträglich ist: Im Gegensatz zu Maschinen besitzen wir einen Verstand, und den sollten wir auch benutzen. Ein solcher Punkt ist die neue Detaillierung der Stechspitzen. Diese ausführliche Liste wurde en bloc eingereicht und bekam Zustimmung.

Spitzenpolsterung
Gut und richtig gemeint, aber für Präzisionisten nicht umsetzbar ist eine Formulierung: Nämlich, daß der Kernstab bei "jedem erdenklichen Druck" nicht durchstoßen darf. Ab einem gewissen Druck wird der Kernstab durch jede Polsterung stoßen, und wenn dafür ein Elefant um Hilfe gebeten werden muß. Ein Detail, das in der Praxis nicht weiter relevant sein dürfte, jedoch die Präzisen gewiß stören wird.

Item. Die Geschichte des Regelwerks und seiner Betreuer.

Segmentum I. Ursprünge

Während die Umsetzung von Jugger als spielbarer Sport laut eines Zeitzeugen auf das Jahr 1992 (Berlin) und gemäß einer Reihe von Teilnehmern auf das Jahr 1993/94 (Dilettanten/Hamburg-Heidelberg) zurückgeht*, ist nach meiner Kenntnis die erste Schriftquelle mit dem mehrseitigen Hamburger Regelwerk aus dem Jahre 1997 erhalten. Von 1998 ist eine zweiseitige Berliner Regelzusammenfassung überliefert.
Die Jugger-Gemeinschaft begann etwa um die Jahrtausendwende herum stark zu wachsen. Damit Wettkämpfe gegeneinander ausgetragen werden konnten, war ein gemeinsames Regelwerk vonnöten – aber die unterschiedlichen Entwicklungsströmungen konnten sich augenscheinlich nicht so recht auf eine Fassung einigen. So bestanden mehrere "Hausregeln", beispielsweise die Kettentreffer-Strafzeit von 8 bzw. 10 Steinen nach Berliner bzw. Hamburger Spielart (die Berliner Strafzeit war die als offiziell im Regelwerk allgemeingültig eingetragene).
Es scheint überwiegend jene Fassung genutzt worden zu sein,die auf der seinerzeit bekanntesten und ausführlichsten Internetseite über Jugger zu finden war, die auf jugger.de. An diesem Regelwerk hatten laut Zeitzeugenaussage* auch die verschiedenen Fraktionen mitgewirkt.

Segmentum II. Die pragmatische Überarbeitung

Nach dem Hochkochen der Spannungen zwischen den verschiedenen Fraktionen und ellenlangen, teilweise sehr hitzig geführten Diskussionen im damaligen gemeinsamen Diskussionsforum, das seinerzeit noch vom Bayrischen Team Drachenblut betrieben wurde, startete um 2006/2007 mutmaßlich der Hamburger Spieler Askan die Initiative, eine grundsätzliche Überarbeitung der jugger.de-Fassung des Regelwerks vorzunehmen, um eine wirklich gemeinsame Basis zu erhalten. Askan kam nach eigener Aussage auf die Idee mit den Optionen für Städte, die er in das Regelwerk einarbeitete und auch dies und das umschrieb, beispielsweise konsequent den Begriff "Jugg" durch "Schädel" zu ersetzen. Dann stellte er das ganze online zur Diskussion. Seine Idee war, dass sich das Regelwerk durch Optionen verändert, je nachdem wieviele Städte welche Optionen auf ihren Turnieren nutzen. Ausführlich wurden zudem einzelne Regeln diskutiert und zerlegt, interpretiert und umformuliert. Jakob von damals noch Rigor Mortis Berlin, heute Zonenkinder Jena übernahm die Einarbeitung dessen, was im Forum als Konsens gefunden worden war.
Hier zeigte sich allerdings bereits die Schwäche der Online-Diskussionsforen: Was genau Konsens war, was mehrheitsfähig und was einfach nur oft genug geschrieben war, war schwierig nachzuvollziehen. Aber immerhin gab es nun das erste Jugger-Regelwerk, das wenigstens von den engagierteren Vertretern des Sports durchdiskutiert worden war. Nicht perfekt, aber ein wichtiger Schritt; auch hinsichtlich der Abkühlung historischer Konflikte, da sowohl Berlin, als auch Hamburg/Heidelberg etc. daran mitgewirkt hatten.
Da ich selber bereits im Drachenblut-Forum beide Seiten für die Recherchen des ersten Jugger-Buchs gehört hatte, war ich bereits mit der komplizierten Sachlage vertraut und erbot mich, eine erste Rechtschreibkorrektur und Formatierung des Regelwerks vorzunehmen, worin es orthographisch allerdings dermaßen wild zuging, daß es einige Versionen brauchte, bis eine weitlichst fehlerfreie Fassung erzeugt war (Korrektorat ist nicht zuletzt eine Frage des möglichen Zeitaufwands). Dadurch rutschte ich unvermittelt in die Rolle des Hüters des Regelwerks -- oder "Regelbewahrers" -- hinein, sicherlich auch deswegen, da ich durch den Hamburg-Berlinischen Konflikt vergleichsweise unvorbelastet war.

Segmentum III. Problem: Der Mangel an demokratischer Partizipation

Nun war dieser Zustand sicherlich besser als die Urfassungen. Aber er war unbefriedigend, denn ich war rein durch mein Engagement in diese Rolle gerutscht, ohne daß es eine demokratische Legitimation gegeben hätte, ganz wie es bei der Überarbeitung des Regelwerks der Fall gewesen war: Es handelte sich nur um eine Art stillschweigender Übereinkunft.
Das Hauptproblem aber war, daß es gar keine auch nur annähernd demokratisch strukturierte Instanz gab. Da war letztlich nur ein Diskussionsforum, und wer sich mit Meinungsbildung bei diesem Medium auseinandergesetzt hat, der weiß, daß es als Instrument zur wirklichen Konsensfindung einer größeren Gemeinschaft schlicht versagt. Es werden die gehört, die am meisten, am lautesten, am eindringlichsten, am gewieftesten, am dramatischsten schreiben; hingegen werden ausgerechnet jene schnell ignoriert, die zwar Sachverstand und Kompetenz besitzen, aber keine Zeit oder kein Gespür für Online-Foren haben. Diskussionen beginnen sich im Kreis zu drehen, Positionen verhärten sich, und die Maschine kommt zum Stillstand.
Es war also nicht möglich, wirklich legitime Änderungen am Regelwerk vorzunehmen. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich auf das Ausmerzen von Widersprüchen und offensichtlichen Fehlern zu beschränken und für die Transparenz der Sache eine Änderungstabelle zu führen, in der jeder Änderungsvorgang verzeichnet ist.

Segmentum IV. Der Weg der Mitbestimmung: Die erste Abstimmung

2009 wurde das ganze mit dem Anwachsen der Gemeinschaft virulent. Die Übergabe des Regelwerks in die Hände eines Ausschusses kam nicht in Frage, da es keinen Ausschuß gab, der über die erforderliche Legitimität und Anerkennung für diese tiefgreifende Aufgabe verfügt hätte. Wer die Diskussionen um Liga-Gremium und Verband kennt, weiß, wie umstritten Strukturbildungen in der Gemeinschaft immernoch sind.
Es mußte also ein anderes Verfahren her. Schließlich brachte Hahn von den Heidelberg Hobbiz im Oktober 2009 einen Vorschlag ein, wie eine Abstimmung vonstatten gehen könnte. Dieser Vorschlag wurde im neuen gemeinsamen Forum ausführlich diskutiert. Schließlich kam ein Verfahren dabei heraus, das aufwändig, aber möglichst transparent und in viele kleine Einzelschritte gegliedert war, und das alle aktiveren Teams mit einbezog. Natürlich ist der Passus "aktivere Teams" bereits eine Sollbruchstelle, jedoch wurde hier die Meßlatte mit 3 Turnieren so tief gehängt, daß die meisten Aktiven tatsächlich auch dabei sein konnten. Es war ein erster Versuch, und wie ich meine, ein ziemlich vielversprechender: So wurde gemeinsam die Überarbeitung des Regelwerks in Angriff genommen.
Zuerst wurden Vorschläge gesammelt, dann Mails an alle qualifizierten Teams versendet, damit auch jene, die nicht im Forum aktiv waren (uns ein besonderes Anliegen), erreicht würden; nach einer Diskussionsfrist wurden die abstimmfertigen Vorschläge gesammelt und Stimmzettel wurden erstellt, als einfacher Mailtext mit eckigen Klammern bei den Optionen zum Ankreuzen. Wiederum nach einer Frist wurde der Rücklauf ausgezählt, und zwar von Hahn und mir getrennt.
Eine weitere Sicherheitsleine sollte das Verfahren selber legitimieren: Würden weniger als 75% aller angeschriebenen und als aktiv bekannten Teams einen Stimmzettel schicken, würde das Verfahren als nicht funktionsfähig abgebrochen werden. Leider krankt die Juggergemeinschaft daran, daß viele Teams recht träge sind und immer wieder erinnert werden mußten. Es ist zwar leicht, nach Demokratie und Mitbestimmung zu rufen, aber für einige ist es dann offenbar zu schwer, die damit verbundene Pflicht zur Mitwirkung – in Gestalt einfacher rechtzeitiger Rücksendung – einzuhalten. Ein konsumistisches Grundübel des Menschen, nehme ich an: Die Bequemlichkeit.
Jedenfalls kamen schließlich genügend Stimmen zusammen, damit die Wahl Gültigkeit erhielt. Die gewählten Regeländerungen wurden eingearbeitet und neben allen Stimmzetteln auch die Alpha-Fassung online gestellt, die in einem letzten Schritt von der Gemeinschaft überprüft werden konnte. Als Nachteil erwies sich, daß Formulierungen 1:1 in die Stimmzettel übernommen wurden, da nun bei mehreren sehr ähnlich klingenden Formulierungen auch solche Punkte durch Streuung der Stimmen nicht gewählt wurden, die an sich von einer Mehrheit befürwortet wurden. Erst jetzt, nach der Kontrolldurchsicht, ersetzte die Fassung 2 die vor der Wahl gültige, letzte Fassung des Regelwerks.

Segmentum V. Die zweite Regelabstimmung

2011/12 wurde das Verfahren wiederholt, auch da sich niemand um die Ausarbeitung eines besseren Verfahrens bemüht und das alte sich nach unserer Meinung und auch mangels Kritik eben bewährt hatte. Zwei Dinge waren anders: Wir behielten uns vor, Formulierungen aufzusplitten, damit sich nicht zu viele ähnliche Optionen blockierten, was auch ohne Kritik akzeptiert wurde; wo genügend Stimmen für eine Änderung hereinkamen, jedoch zu wenige pro ähnlicher Änderungsformulierung, schlossen wir eine Stichwahl an. Außerdem ich stellte mein Amt als Hüter des Regelwerks zur Wahl. Leider fand sich kein Kandidat für meine Nachfolge, und so wird Hahn das Regelwerk kommissarisch weiterbetreuen und hat bereits Zuspruch von meiner Ansicht nach kompetenten Spielern, ihn dabei zu unterstützen.
Da zum Ablauf der Abgabefrist noch ein Stimmzettel zum Erreichen der erforderlichen 75% fehlte, beschlossen wir, den Termin um einige Tage zu verlängern; ein Umstand, der uns von einer Person zwar vorgeworfen wurde (wir würden Spielchen spielen), hinter dem wir aber mit gutem Gewissen stehen können, da wir weder Stimmen manipuliert haben (und auch den Abstimmungsstand zu dem Zeitpunkt noch nicht kannten) noch da Verfahren übermäßig strapazierten; es wurde schlicht den trägeren Teams ermöglicht, ihr Stimmrecht noch wahrzunehmen.
Die Alternative wäre gewesen, trotz fast 75% Beteiligung das gesamte, höchst aufwändige Verfahren, in das viele viel zeit investiert hatten, komplett aufzulösen. Dies hielt (und halte) ich für nicht verhältnismäßig: So viel Pragmatik muß sein; wir leben nun einmal in keiner idealen Welt.

Segmentum VI. Schlußwort

Mit der Veröffentlichung von Fassung 3.0 des Juggerregelwerks übergebe ich hiermit den Staffelstab an Hahn. Bleibt mir nur noch, ihm Erfolg und gute Vermittlung zu wünschen; und der Gemeinschaft, daß sie nicht der Versuchung erliegt, jede nur denkbare Regelfuchserei auszuschließen und sich damit durch endlose Paragraphen ihr eigenes Gefängnis aufzubauen. Jugger lebt von Fairness und Offenheit, und diese menschlichen Züge lasen sich nicht durch Gesetzestexte erzwingen. Sie müssen aus uns selber heraus wirken.

Es verabschiedet sich mit einem fröhlichen Huhu und Kiää

der Uhu
Schild des Teams Falco jugger

Item. Download

Das aktuelle Regelwerk findet sich wie immer unter http://jugger.org, ebenso wie alle Fassungen seit 2007 und einige Urfassungen.


*) Siehe Wickenhäuser, Jugger. Der Endzeit-Sport, Archiv der Jugendkulturen 2010, S. 27 ff. und einzelne Interviews, sowie "Jugger-Historie"

**) Lt. digitaler Dokumente der HH/HE-Fraktion im Besitz des Verf.

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03/05/12

6. Berliner Juggerpokal, Falken im Aufwind

Item. Der 6. Berliner Juggerpokal 2012

Jugger Segmentum 1. Das Turnier.
Das erste Turnier unserer Saison war zugleich das wohl heißeste Wochenende des bisherigen Frühjahrs. Zu dem Turnier, das einst als lokales Saisonauftraktturnier gestartet worden war, erschienen 24 Teams, darunter auch aus Halle, Cottbus, Greifswald, Rotenburg an der Fulda, Hannover und Hamburg. Als Spielfeld diente der bewährte Jahn-Sportpark, wo vier Felder eingerichtet werden konnten.

Wenn ich mal groß bin ... Die Teams wurden in vier Gruppen gelost, die je ein Feld während der gesamten Vorrunde für sich bespielten. Dazu gab es ein Kinderturnier für den Nachwuchs. Das Prinzip der festen Feldzuteilung machte sich positiv durch eine reibungslose Spielfolge bemerkbar; jede Gruppe organisierte ihre Spiele anhand eines Laufzettels selbst. Auch sonst war die Stimmung gut. Es gab viele starke Spiele.

Sicher lag das auch daran, daß dank der großartigen Organisation Die Tafel Berge von Äpfeln, Orangen, Ananas, Tomaten, Gurken, Joghurts und Puddings, Wurst, Schinken und Käse ihren Weg in das Verpflegungszelt fanden. Es ist aber zugleich bedrückend, zu sehen, welche Unmengen erstklassiger Lebensmittel weggeworfen worden wären, wären sie nicht der Tafel -- und damit auch uns -- zur Verfügung gestellt worden. Wer den Zynismus der Überflußgesellschaft begreifbar erleben möchte, möge sich ansehen, was alles für den Weg in die Mülltonne vorgesehen ist.

Die Ergebnisse finden sich im JTR.

Segmentum 2. Kritik.

Daß ein de-facto-Kinderteam in einer Gruppe mitspielte, weil es zu alt für das Kinderturnier gewesen war, war ein verschmerzbarer Nachteil für die Erwachsenen; wenngleich das Wertungssystem ein "Punkte-Erjagen" bevorzugte und somit eine langsamere Spielweise gegen die Kleinen bestrafte. Um so ehrenwerter, wer dennoch auf ein reines Turbopunkten verzichtete. Zumal es sich ja für die Erwachsenen um einen sicheren Sieg handelte.

Unmut kam dadurch auf, daß sowohl GAG als auch Rigor Mortis mit zwei Teams antraten. Mangels Absprache entstand bei einigen Spielern der Eindruck, hier solle von den Teams "optimiert" werden. Der Stimmung konnte dies bei den meisten aber keinen Abbruch tun.

Doppel-Teams scheinen eine recht neue Entwicklung zu sein; inwieweit das Phänomen auf die Torpedo-Teams aus Hamburg in der Vergangenheit zutraf, sei dahingestellt (infos dazu können hier gern ergänzt werden*), GAG praktizierte es jedenfalls auf den Freundschaftlichen Winterspielen. Der Umstand führte nun auch zu einer Diskussion im bundesweiten Forum.

*) Ergänzung zu Torpedo Hamburg: Askan schrieb, die Torpedo-Teams traten mit getrennten Spielerpools an, hier liegt also nur Namensähnlichkeit vor.

Item. Falco jugger

Krallenlogo der Falco jugger Der Sonntag brachte ein sehr erfreuliches Halbfinale: Zwar mußten die Falken mit Rigor II wieder gegen ein Berliner Team antreten, zudem eines, gegen dessen Schwestermannschaft sie bereits am Vortag das erste Spiel gehabt hatten; aber nach der ersten Halbzeit lag Falco mit 8:1 (exakte Erinnerung zu verifizieren) in Führung. Als zur zweiten Halbzeit, nachdem ihr anderes Spiel beendet war, zwei Topspieler des Schwesterteams Rigor hinzueilten, mußten die Falken zwar einige Punkte hinnehmen, gewannen aber dennoch souverän mit 12:8 (exakte Erinnerung zu verifizieren) gegen Rigor Mortis II.

Das Kleine Finale gegen die Leere Menge wurde ein atemberaubend spannendes Spiel. Der erste Punkt des 300-Steine-Spiels allein dauerte 40 Steine. Und weiter ging es mit einer Kopf-an-Kopf-Jagd, wie sie Falco sich im vergangenen Jahr mehrfach mit Skúll! geliefert hatte. Letztlich verpasste Falco um einen halben Stein (keine Sekunde also) den Ausgleich und verlor das Spiel haarscharf 9:10. In dem Zusammenhang nochmal unser ausdrücklicher Dank an Die Leere Menge für diesen spannenden, fairen und erfrischenden Wettkampf. Wir sehen uns wieder.

Falco jugger baumt damit zu Saisonstart in einem angenehmen 4. Platz von 24 teilnehmenden Teams auf und wetzt schonmal die Schnäbel für den nächsten Wettkampf.

Team Falco jugger

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11/04/12

Kleine Aufgaben-Zeichen für Jugger

Jugger Für die Webseite, oder als Ausstattung für Trikots kann das Anbringen von kleinen Juggersymbolen vielleicht reizvoll sein.




Läufer, Pompfer, Kette; Captain, Teamchef, Juggermaster; Baumeister und Schrankträger/Archivar. Siehe auch Jugger-Wiki. (cc) nc-by 3.0, uhu 2012

Diese kleinen Symbole können für Schul-AGs sicher ein interessanter Weg sein, die Verantwortlichkeiten im Team ins Gedächtnis zu rufen (wer ist für den Pomfpenbau zuständig, wer kümmert sich fürs Team um die Spielzeiten auf einem Turnier ...), ebenso aber für gewöhnliche Sportteams.
Ein solches Symbol ist auch eine Auszeichnung: Ich, der Träger, übernehme die Verantwortung für diese Aufgabe; ich, der Träger, zeige offen, daß ich Ansprechpartner für Probleme, Forderungen und Fragen zu diesem Gebiet bin. Ich kümmere mich.

Interessant ist auch die Anbringung der Teamaufgaben-Symbole auf Hals- oder Kopftüchern, die dann bei der Übergabe der Aufgabe entsprechend zum neuen Verantwortungsträger weitergereicht werden. Bei der Schul-AG Falcones44 hatte sich dieses System bewährt. Der Baumeister beispielsweise wurde von seinen Kameraden schneller angesprochen als zuvor, wenn es Fragen zum Pompfenzustand gab, und kümmerte sich selber um die Kontrolle der Spielgeräte.

SVGs werden noch bei Gelegenheit aus den Symbolen generiert.

Lizenz: (cc) nc-by Uhu. Wenn (by) möglich dann bitte mit Backlink auf den Uhu. Ich freue mich über eine Notiz bei Verwendung!

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03/04/12

Flieg, Falke!

Es wird Sommer!
... und die Falken kommen aus ihren Felsnischen ...
Training: Kette vs. Schild

Auf THF hat der Jugger e. V. nun auch eine Hinweistafel an seinen Trainingsort gestellt bekommen. So sehen die neugierigen Passanten endlich, was da eigentlich gemacht wird...
Erklärungsschild: Jugger auf Tempelhof, 2012
Photos: (cc) nd nc by 3.0 Uhu, oberes aufgenommen von Linus

27/03/12

Hessischer Präventionspreis geht an Jugger-Projekt Rotenburg

Jugger Der 1. Preis des 8. Hessischen Präventionswettbewerbs ist an das Projekt „Juggern statt Prügeln“ des Präventionsrats der Stadt Rotenburg a. d. Fulda vergeben worden. Der Präventionspreis ist eine begehrte Auszeichnung, die vom Landespräventionsrat nur nach eingehender Prüfung des Bewerberprojekts vergeben wird.
Seit einiger Zeit wird in Rotenburg mit beachtlicher Energie ein Jugger-Projekt durchgeführt, für das sich wohl sogar der Bürgermeister gewinnen ließ. Eine solche Auszeichnung ist natürlich ein schöner Ansporn für die Initiatoren des Projekts und Lohn für ihre unermüdliche Arbeit; und seine finanzielle Förderspritze ist eine sicher willkommene praktische Folge.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Rotenburger ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern fordern die anderen Jugger auf den 6. Berliner Juggerpokal Ende April - mit 5 bis 6 Mannschaften (!), darunter Erwachsenen- wie Jugendteams.

Auf Facebook sind die Rotenburger als "Jugger Gemeinde Rotenburg" vertreten.

Die Parallele des Projekttitels zum gleichnamigen Buch ist nicht ganz zufällig, denn dies diente den Durchführenden als wichtige Quelle.Daß das Buch eine solche Auswirkung hat, stimmt mich natürlich froh (auch wenn ich den Titel weiterhin nicht ausstehen kann).

25/03/12

Freiheyt!

Die Winterzeit ist vorbei, der Sommer kommt: Am Sonntag gab es bei strahlendem Sonnenschein ein erstes Training der Saison auf Tempelhof!

Sasisonbeginn auf Tempelhof

Wir trainieren im Allgemeinen
... auf THF: So (ab 14h), Di, Fr mit dem TSV Rudow
... im VP F'Hain: Mi, Fr
Änderungen finden sich hier: Jugger e. V. Trainingszeiten.

Photo cc Uhu

20/02/12

Deutsche Meisterschaft im Jugger 2012 wieder in Berlin, Heidelberger Pompfenbau

Item. Deutsche Meisterschaft 2012.

Nachdem Waidhaus seine Bewerbung zurückgezogen hat und die Wahl zum Austragungsort mangels Gegenkandidaten abgebrochen werden mußte, ist es jetzt amtlich: Berlin wird der Austragungsort der 15. Deutschen Meisterschaft im Jugger sein, und zwar legiert als ein Turnier mit den internationalen 3rd German Open im September 2012.

Austragungsort wird voraussichtlich das Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof sein.

⇒ Eine ausführliche Vorstellung des Turniers findet sich im Jugger-Wiki.

⇒ Team-Anmeldung im Turniersystem JTR.

Fass!

Photo (cc) nc nd by -- uhu

Item. Heidelberger Pomfpenbauanleitung.

Unsere Pompfen werden (naheliegend) üblicherweise nach der "Berliner Bauweise" gefertigt (siehe auch Uhus Bauanleitung). Nun hat Heidelberg das Geheimnis um seine Pompfenbauweise gelüftet: Im Weblog der Hobbiz steht nun ein entsprechendes Anleitungs-PDF online.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Bauweise mit gewickeltem GFK, das eine besonders leichte Pompfenbauweise ermöglicht. Daher ist es gerade auch für Fortgeschrittene und "Pompfenbaumeister" interessant. Danke dafür!

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13/02/12

Jugger e. V. Ablösung: Ein Skull und ein Falke im Vorstand

Jugger Berlin Der Berliner Jugger e. V. hat am vergangenen Sonntag seine jährliche Vollversammlung abgehalten. Gern werden Vollversammlungen von Vereinen mit lästigen Pflichten assoziiert, die es halt abzusitzen gilt, die aber ansonsten spannend wie eine Dose Sand sind. Das mag für alteingesessene Sportvereine gelten. Gerade bei solchen, die sich mit einer neuen, in der Entwicklung befindlichen Sache widmen, kann es jedoch recht spannend werden – und diese Versammlungen sind grundlegend wichtig, um die weiteren Aktivitäten des Vereins zu bestimmen.

Zu den besonderen Punkten zählen da dann auch die Personalfragen. Es ist nicht allein eine Frage des "Pöstchenverteilens", sondern eine Entscheidung, die über Aufstieg und Niedergang eines Vereins entscheiden kann. Ein fähiger Vorstand kann Unglaubliches bewirken, ein unfähiger die Arbeit von Jahrzehnten zunichte machen.

Ligaschale, Deutscher Meister Pokal Dementsprechend schwerwiegend ist der Einschnitt, den der Jugger e. V., der älteste Jugger-Verein überhaupt, am gestrigen Abend getan hat. Die jährliche Vollversammlung dauerte nur fünf Stunden; die Diskussionen unter den 38 Anwesenden verliefen, wie ich es als Moderator der Versammlung zumindest empfand, vorbildlich sachlich, zügig und diszipliniert. Dafür Dank an alle Beteiligten! Denn Stoff für angeregte Diskussionen gab es genug. Unter anderem wird der Vorstand auf meine Initiative hin um bis zu fünf Beisitzer erweitert. Details stehen im Protokoll, das in Kürze folgen wird inzwischen den Vereinsmitgliedern vorliegt.

Am wichtigsten aber war sicher eine Entscheidung: Nach rund 14 Jahren wird der Mitbegründer des Jugger e. V. und die treibende Kraft hinter nicht nur der Berliner Jugger-Entwicklung, Lester Balz, seinen Posten als erster Vorsitzender nicht mehr wahrnehmen. Gewählt wurden nun zum 1. Vorsitzenden Martin (Team Skúll) sowie zum 2. Vorsitzenden Sascha (Team Falco jugger*).

Jugger auf Tempelhof 2011-8  Bereit!
Martin (links im Bild); Sascha (links im Bild).

Sie übernehmen eine große Verantwortung, da der Jugger e. V. über die Jahre hinweg eine beachtliche Aktivität entwickelt hat: So wurde der Verein als sportförderungswürdig in den Berliner Turnerbund aufgenommen, ist "Pilotprojekt" auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof, hat rund sechs derzeit aktive und unzählige vergangene Juggerteams gefruchtet, richtet zwei jährliche Turniere plus in diesem Jahr die Freundschaftlichen Winterspiele aus, betreut eine ganze Reihe von Schul-AGs, hat Sportlehrer-Fortbildungen über den BTB gemacht, steht diversen Juggergruppen als Informationsbasis und für Pomfpenbauworkshops zur Verfügung, war oft – nicht unumstritten – treibende Kraft bei Aktivitäten der Juggergemeinschaft, verfügt über einen Pomfpenfundus von über 100 Spielgeräten und und und.

Die neuen Vorsitzenden hoffen sehr darauf, daß Lester sich weiterhin für den Verein engagiert, vielleicht auch weiterhin im Vorstand. Seine umfassende Kenntnis und Sachkompetenz ist nicht zu ersetzen, ganz abgesehen von dem unermüdlichen Einsatz, den er über all die Jahre praktisch pausenlos gezeigt hat, und seinem begnadeten Händchen fürs Graphische; und es sind nicht nur die vierzehn Jahre Vereinsvorsitzender, sondern auch die vielen Jahre hinzuzurechnen, die vor Gründung des Vereins sozusagen im Ur-Juggerzustand gespielt wurden.

Für den Jugger e. V. Berlin beginnt nun also die Bewährungsprobe: Das Kind muß ohne seinen "Papa" an der (zumindest höchsten) Spitze hinaus in die wilde Welt ... Immerhin: Seine Motivation und Abenteuerlust ist, so spiegelte es sich zumindest auf der VV wieder, sehr groß. Und mit der Unterstützung und Erfahrung des Urgesteins wird es eine spannende Zeit!


*) Ein Falke, jepp, darauf bin ich schon ein wenig stolz. Kiää!

Bild Lester: cc (nc nd by) Susanne Serwe

Martin: Andreas Naurath, cc (nc by sa)
Sascha: (c) Sebastian Bennecke

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06/02/12

Pompfen sind keine "Waffen". Eine Ausführung

Exordium.*
Auf den 4. Freundschaftlichen Winterspielen wurde ich darauf hingewiesen, daß meine Argumentationsführung einer Pompfe als Spielgerät, und eben nicht als Waffe, lückenhaft sei.**
Diese Anregung greife ich mit Vergnügen auf: Bietet es doch den Luxus eines schrankenlosen und wilden Theoretisierens. Aus diesem Grunde möchte ich an dieser Stelle meine Argumente ausführen. Da es sich wie gesagt um eine Spielerei handelt, wird hier auf den akademischen Anspruch, inklusive damit verbundenen Referenzen, verzichtet. Entsprechende Gegenreden erwarte ich mit Spannung, auch wenn ich zeitbedingt nicht auf sie einzugehen garantieren kann.
Für die Praxis jedoch ist vor allem Item 2 Segmentum 3. Praxis: Begriffswirkung, von Interesse.


Praemissum.
Unter einer "Waffe" versteht man im geisteswissenschaftlichen Bereich einen Gegenstand entweder zum Zufügen körperlichen Schadens (Trutzwaffe) oder zur Verminderung von durch Waffen verursachten Schaden (Schutzwaffe). Fakt ist, daß Pompfen nicht zum Zwecke der Schädigung eines Gegners oder zur Abwehr von Schädigungen durch Waffen entworfen und geführt werden (siehe Item 2 Segmentum 2). Pompfen sind also keine Waffen.
Die Frage, um die es sich hier vielmehr dreht, ist jene, ob eine Pompfe als "Waffennachbildung" bezeichnet werden kann.

Argumentatio.
Item 1. Begriffsdefinition: Wann ist eine Waffe eine Waffe?

Segmentum 1. Wann ein Gegenstand zur Waffe wird.
Gegenstände sind zumeist nicht per se Waffen. Nehmen wir das Beispiel des Oberschenkelknochens eines Tieres: Dieser ist erst einmal nur eines, eben ein Knochen. Seine Funktion ist offen.
Erst in zweiter Instanz erfolgt seine Funktionsbelegung: Er kann Abfall sein, der fortgeworfen wird. Er kann Musikinstrument sein, indem mit ihm auf eine Trommel geschlagen wird.
Erst, wenn er in der Absicht getragen oder angewendet wird, um andere zu schädigen oder um qua Bedrohung einen Machtanspruch zu festigen, wird er zur Waffe.
Wird er danach jedoch wieder zum Trommeln verwendet, ist er keine Waffe mehr, sondern Teil eines Musikinstruments.

Segmentum 2. Genuine Waffen.
Anders können beispielsweise Bogen oder Gewehr beurteilt werden. Beides sind genuine Waffen, da sie einzig zu dem Zweck entwickelt wurden, zu jagen oder zu kämpfen. Daher ist hier die Bezeichnung "(Sport-) Waffe" legitim, auch wenn sie nur zum Scheibenschießen eingesetzt werden.

Ein Gegenbeispiel zum Kontrastieren: Eine gewöhnliche Axt ist ein Werkzeug beispielsweise zum Holzhacken. Jedoch war sie in mittelalterlichen Gesellschaften eine beliebte Waffe gerade der ärmeren Schichten, weil sie sich neben dem Holzhacken hervorragend im Kampf einsetzen läßt und leicht verfügbar war. Solange damit aber Holz gehackt und niemand bedroht wird, bleibt sie ein Werkzeug.

Segmentum 3. Hier relevante Waffennachbildungen.
LARP-Waffen wiederum sind Nachbildungen echter (oder fantastischer) Waffen. Sie dienen also nicht der Schädigung eines Gegners, sondern dem Spiel. Daher wären sie der Funktion nach eigentlich Spielgeräte. Da sie jedoch ausdrücklich und gewollt Waffennachbildungen sind, ist hier die Bezeichnung "Polsterwaffe" legitim.

Berliner Pompfensalat

Item 2. Was bedeutet dies nun für die Pompfe?
Segmentum 1. Ihre Herkunft.
Die Pompfe geht auf die im Ursprungsfilm verwendeten Q-Tips, "Fishhooks" und Ketten zurück. Einerseits dienen sie im Film der Schädigung der Gegner, um das Ziel zu erreichen. Dies spricht für diese Gerätschaften als "Waffen".
Andererseits werden sie ausschließlich in einem definierten Spielgeschehen verwendet; im Film gibt es keinerlei Hinweise darauf, daß sie zur Selbstverteiligung oder zur Bedrohung geführt würden (man denke an die in der deutschen Fassung herausgeschnittene Zöllnerszene). In einer Szene bekennt ein Veteran, daß er niemandem Schaden zufügen könne, außer eben im Spielgeschehen.*** Es gibt auch keine Hinweise darauf, daß damit – anders als im LARP – Waffen nachgebildet worden wären. Die dreistrahlige Kette, das "Fishhook" , die riesigen Q-Tips wurden für das Spiel speziell erfunden (in der Realität durch den Autor, im Film gibt es keinerlei Anhaltspunkte für Gegenteiliges). Dies spricht nun eher für ihre Rolle als brachiale, die Schädigung des Gegners in Kauf nehmende "Spielgeräte".

Segmentum 2 Ihre gegenwärtige Verwendung.
Nun ist die Grenze zwischen Waffe und Spielgerät bei den Film-Gerätschaften sehr schmal, und genaugenommen können sie unter einer besonderen Form von Waffen firmieren.
Für die Sportjugger-Pompfen ist die Funktionsbesetzung hingegen eindeutig. Sie sind eben nicht darauf ausgelegt, Gegner zu schädigen, im Gegenteil wird sie so gebaut, daß ein Verletzungsrisiko minimiert wird. Schon dieser Punkt genügt, um die Bezeichnung "Waffe" als unzutreffend zu entlarven, wie im Praemissum festgestellt.

Die Pompfe ist nicht einmal eine Waffennachbildung. Hier wurde aus der Vorlage des Films ein Sport entwickelt, der in Teilen nur noch qua Herkunft Bezüge zum Film hat. Hier und da wird sogar auf das Schlüsselelement des Schädels zugunsten eines Balles verzichtet, ein großer Teil der Sportlergemeinschaft mißt dem Film keine relevante Bedeutung zu oder hat ihn sogar noch nie gesehen. Anders als im LARP ist es also nicht Sinn des Sportjuggers, die Brachialität des Originalfilms zu kopieren bzw. auf harmlose Weise nachzustellen. Es handelt sich um einen Sport um des Sportes Willen. Die Pompfen entsprechen im Aussehen mit Ausnahme des Q-Tips auch nicht mehr den filmischen Vorbildern, sondern treten in fünf eigenständigen, sporttauglichen Formen auf. Wenngleich das Abtippen des Gegners auf das Niederschlagen im Film zurückgeht, wird wie gesagt im Jugger der Film eben nicht nachgespielt (außer im Showjugger). Daher handelt es sich genaugenommen auch nicht mehr um das symbolische Niederschlagen, sondern eben nur um eines: Um das Abtippen des Gegners.
Dies spricht ebenfalls gegen eine Bezeichnung der Pompfe als "Waffe[-nnachbildung]", selbst wenn man die Spielgeräte im Film als "Waffen" werten möchte. Der Kopier-Aspekt ist nicht zutreffend, der beispielsweise bei LARP-Waffen die Bezeichnung legitimieren mag.

Segmentum 3. Praxis: Begriffswirkung.
Ein wichtiger praktischer Aspekt ist die Wirkung, die eine Bezeichnung ausstrahlt. Sprache ist Macht.
Wird eine Pompfe daher fälschlicherweise als "Waffe" bezeichnet, wird damit eine Droh- und Schädigungsabsicht impliziert, ja angeregt. Ein Unerfahrener mag in Versuchung kommen, mit einer "Waffe" weitaus stärker, eben in (unbewußter) Schädigungsabsicht zuzuschlagen, anstatt sie als Spielgerät nur zum Abtippen des möglichst nicht zu beeinträchtigenden Gegners zu nutzen. Schon aus diesem ganz praktischen Grunde heraus sollte eine Pompfe nicht unzutreffend als "Waffe" bezeichnet werden.


Conclusio.
So, wie ein Brotmesser Küchengerät ist, aber zur Waffe wird, wenn es einem anderen in den Bauch gerammt wird, ist die Pompfe ein Spielgerät, das erst dann zur Waffe würde, wenn damit ein Gegner in Schädigungsabsicht angegriffen wird. Pompfen sind Spielgeräte.


Kette Zonenkinder Abbildungen: Uhu, cc nc nd by, siehe dort.

*) Wenn man schon in der Schule mit Latein gequält wurde, kann man es hier wenigstens einmal ästhetisch ansprechend einsetzen, wenn auch begrifflich sehr frei angewendet (klingt aber gut). Dies dient dann weniger dem Eindruckschinden, als vielmehr a. primär der eigenen Verspieltheit und b. sekundär dem Anregen und definieren eines sachlich-argumentativen Diskussionsstils.

**) In der Fachanthologie "Ran an die Pompfe", Ludwigsfelder Verlagshaus 2011, S. 16 f.

**)"I'll never hurt a soul for any reason but to put a dog skull on a stake." -- Gonzo in "Blood of Heroes".


01/02/12

Open Jugger League gestartet, Winterturnier

Jugger Item. Open Jugger League.

Das faszinierende an Jugger ist seine Lebendigkeit und seine etwas chaotische, etwas anarchische, aber unheimlich fruchtbare Vielfalt. Das ist manchmal eine echte Herausforderung – wie bei der gerade laufenden Abstimmung über Änderungen am Grundregelwerk–, vor allem aber immer wieder für eine Überraschung gut.

Jüngster Sproß und interessanterweise parallel zu den Gesprächen über die Gründung eines Jugger-Verbands ist die Gründung einer "Open Jugger League". Im Gegensatz zur bestehenden Liga und wohl auch dem Verband unterstreicht das Konzept einen nicht-strukturierten Charakter im Rahmen einer sehr offen gehaltenen Struktur (eine Übersicht über die Wettkampfsysteme und Ligen findet sich im Jugger-Wiki).
So kann ein Team es sich aussuchen, wann es gegen welchen Gegner auf welchem Turnier ein OJL-Spiel macht. Besonders bezeichnend für den offenen Charakter: Die Teams entscheiden selber, ob sie Schiedsrichter haben möchten.

Ein Zitat aus dem Konzept:

Alle 'Regeln' in diesem Framework wurden mit der Absicht geschrieben, einen unkomplizierten und entspannten Ablauf der Liga zu gewährleisten und 'Fair Play' auf und neben dem Platz zu fördern. Diese Absicht zu ignorieren und/oder mutwillig im Wortlaut dieses Textes Lücken zu suchen, um daraus einen Vorteil für sich zu ziehen, ist mit dem Geist des 'Fair Play' nicht vereinbar und damit regelwidrig.

Das Konzept (quasi Statuten) der OJL passen dementsprechend auf zwei A4-Seiten (Konzept ⇒hier). Mal sehen, ob das so bleibt ...

Ob dieser ungewöhnliche Ansatz Früchte trägt und wie er sich mit den beiden anderen Strukturbemühungen vereinbaren läßt (bzw. parallel laufen kann), wird sich erweisen. Die Idee erinnert ein wenig an die "Pompfenmeisterschaft", die aber allein auf den Zweikampfaspekt abzielte. Und auch wenn die OJL absichtlich auf ein eigenes Symbol verzichtet, weil sie eben offen ist, passt da doch das Jugger libres-Logo ganz gut dazu. Das gibts übrigens auf den 4. Freundschaftlichen Winterspielen bei Spielern von Falco, wen es interessiert ... womit wir beim nächsten Thema sind.

Der Aufnäher

Item. 4. Freundschaftliche Winterspiele

Am Wochenende finden in Berlin die 4.Freundschaftlichen Winterspiele statt. Es haben sich 17 Teams angemeldet -- das verspricht ein spannendes Hallenturnier zu werden! Gespielt werden 1x100 Steine, damit alle Spiele auf dem begrenzten Hallenplatz durchgebracht werden können. Zur Verköstigung gibt es einen Kuchenverkauf. Unterbringung erfolgt bei Berliner Spielerinnen und Spielern.

Falco jugger fliegt auf dieses Freundschaftsturnier in seiner Aufwärm- und Spaß-Formation, den gefürchteten Deadly Wings of Steeeeeel – babe –!

Training im Abendlicht

27/01/12

Nichtligateam-Aufnäher

Item. Ein Aufnäher für Nichtliga-Teams (aus: Erklärung der Laggerfalken).

"Es war ein Hundeschädel, es ist ein Hundeschädel, und es wird ein Hundeschädel bleiben!" -- Plaenky im Jugger-Forum

Jugger Liga Das bekannte Motiv des Liga-Logos ist ein Schmuck für jedes Sporttrikot. Bislang trugen auch einige erklärte Nichtligaspieler daher den Liga-Aufnäher an ihren Trikots: Es ist ja auch ein schöner Wiedererkennungs- und Hinguckereffekt, und hat ein hervorragendes Design. Es hat nur einen Nachteil: Das Ligalogo ist bei Teams, die nicht am Ligabetrieb teilnehmen, naturgemäß etwas deplatziert.

Juggerlogo Nichtligateams Falco jugger, die seit Saison 2011 nicht mehr am Ligabetrieb teilnehmen, haben nun einen Aufnäher für Nichtligateams gemacht, analog zum Liga-Logo und gleich groß, mit invertierten Farben und dem Schädel als Symbol.
"Jugger libres" bedeutet "Freie Jugger", spanisch schlicht weil alle Alternativen ("Autonome Jugger, Free Jugger" usw.) merkwürdig klangen. Die Vereinheitlichung des Sports ist (bei allem ehrgeizigen Spiel) nicht so wichtig wie der Kern des ganzen, Spaß in einer genuin vielfältigen und eben selbstbestimmten Sportlergemeinschaft zu haben.
Der Schädel kann hier für das Wesen des Jugger gelesen werden: Seine unkonventionelle, immer etwas chaotische Struktur (so wie der Schädel nie so gleichmäßig wie ein Ball fliegt), Lebensfreude durch Kreativität, durch seine leicht provokante Natur Offenheit einfordernd (über den Tellerrand gucken, anstatt mit dem ersten Eindruck zu urteilen), und nicht zuletzt anarchisch gemahnend an die Wurzeln des Jugger, die einzig und allein in einem postapokalyptischen Film liegen.

Sicherlich werden die einen oder anderen ihre eigene Lesart in den Aufnäher hineininterpretieren. So wie die Vielfalt der Gründe, nicht am Ligabetrieb teilzunehmen.
Das ist gut so; seine Grundbedeutung ist jedoch einzig, eine schöne Alternative zum Ligalogo zu sein, wo ersteres nicht zutrifft, und daran zu erinnern, daß Jugger aus seiner inhärenten Freiheit seine größten Stärken zieht. Er bedeutet nicht automatisch die pauschale Ablehnung von Strukturierung, Ligen oder gar eine Abspaltung und ist eben nicht Symbol einer bestimmten Jugger-Fraktion.

Woher bekommen?
Der AufnäherDie Aufnäher sind bei Spielern des Teams Falco jugger zu haben zum Preis von 3 Euro das Stück zur Deckung der Herstellungskosten. Abbildungen der Aufnäher finden sich übrigens jetzt auch im Jugger-Wiki!

Aufnäher: Nichtligateams

12/01/12

Bewerbungen Deutsche Jugger - Meisterschaft 2012 bis 12.2.

Jugger Kurze Notiz: Städte, die in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft im Jugger ausrichten möchten, mögen sich bis

Sonntag, den 12. Februar

im Jugger-Forum vorstellen. Zwischen 15.2. und 29.2. erfolgt dann die Wahl des Austragenden durch die Gemeinschaft (Teams mit mindestens 5 Turnierbesuchen).

09/01/12

Ein Falke fliegt

jugger-20110917-117
Photo: © Nico Haase 2011

04/12/11

Deadly Wings machen 2. Platz auf Winterspielen

Item. Deadly Wings im Anflug.

Deadly Wings of Steel – babe –, a.k.a. Crash Gordon and the Hawkmen, a.k.a. Falco jugger, erkämpften sich den zweiten Platz auf den Freundschaftlichen Winterspielen in Berlin.

Kettenzauber

Angetreten waren 9 Teams, gespielt wurde jeder gegen jeden. Starke Gegner wie Skúll! und Han Solo a.k.a. GAG konnten souverän geschlagen werden, und selbst im Spiel gegen Rigor Mortis führte Deadly Wings die gesamte erste Halbzeit hindurch (obwohl keine Galileo-Kamera dabei war). Dank des Halbzeitblues ging das Spiel letztlich zwar verloren, aber immerhin bei einem respektablen Stand von 11:14.

Die Falken, die in Deadly Wings-Formation flogen, waren Wooky (Kette), Gerd (Kette), Crash Gordon (Langpompfe/Läufer), Vincent (Läufer), Nyko (Stab/Kettenschutz), Leo (Langpompfe/Kettenschutz/Läufer), Joki (Stab) und Uhu (Schild/Stab/Captain).

Kette-Antikette

Item. Das Turnier.

Die Freundschaftlichen Winterspiele in Berlin sind eine Fortsetzung der gleichnamigen Spiele , die u. a. vergangenes Jahr in Lüneburg stattgefunden haben. Insgesamt war es ein äußerst entspanntes und angenehmes Turnier. Es gab keinen Turnierplan: Jedes Team forderte seinen nächsten Gegner ganz nach Geschmack, bis jeder gegen jeden gespielt hatte. Durch zwei große Hallen mit guter Bodenhaftung konnten mit Ausnahme von etwa drei Spielen alle schon am Samstag ausgespielt werden.

Über den Twitter-Stream der Leeren Menge, die extra aus Greifswald angereist war, ließen sich deren Spielergebnisse in Echtzeit verfolgen -- eine feine Sache.

Aus Greifswald war extra Die Leere Menge angereist, ebenso wie das Team aus Halle; Cottbus unterstützte Han Solo. Es waren also angetreten: Rigor, Han Solo (GAG), RaP, Sonnenwende, Skúll!, Deadly Wings of Steel – babe – (Falco), alle aus Berlin; Die Leere Menge (Greifswald), Halle; sowie ... ein weiteres Team.

Hallenturnier


























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