07/09/10
Jenaer Jugger-Turnier Ping-Pong: Zonenkinder, Rigor
Fünf Falken - die Minimalbesetzung für ein Jugger-Team - flatterten
in diesem Jahr auf das Turnier in Jena. Falco
jugger trat als Liga-Team an. Das bedeutet: Keine
Auswechselspieler.
Da insgesamt 6 Mannschaften teilnahmen, wurde das Turnier an einem Tag durchgeführt. Und das wiederum bedeutet: Viele Spiele für jedes Team, zumeist ohne Pause. Da die Mannschaften von hoher Qualität waren, wurden es spannende und fordernde Spiele. Und da der Wettergott nur einen kühlenden, kurzen Schauer vorbeischickte und sonst einen angenehm frischen Tag gewährte, war es ein voller Genuß. Die ausgezeichnete Turnierorganisation tat ihr Übriges (Dank an Jena!).
Ein beachtliches Spiel ereignete sich in der Vorrunde: Als die Zonenkinder
gegen Rigor antraten, gab es von
Anfang bis Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Fast jeder Punkt wurde in der
jeweils darauffolgenden Runde ausgeglichen - 1:1, 2:2, 3:3 ... und so
weiter. Und dann gewannen die Zonenkinder das Spiel!
Dafür
verloren die Zonenkinder das Finale gegen Rigor mit 6 : 20. Nicht ganz
so extrem, aber ähnlich, erging es den Falken, die in der Vorrunde gegen
Tollwut verloren, um dann souverän im Platzierungsspiel zu gewinnen und
so den 3. Platz zu erringen.
Hier zeigt sich eine Schwäche im
Liga-Wertungsbetrieb: In
der Turnierverwaltung steht Rigor Mortis (gemäß den Ligapunkten, zu
denen nicht die Finalspiele zählen) auf Platz 2, die Zonenkinder
auf Platz 1. Uneingeweihte werden nun vermuten, die Zonenkinder hätten
den Titel geholt. Haben sie aber nicht: Rigor steht auf Platz 1 gemäß
Turnierplatzierung, die Zonenkinder auf Patz 2, die Falken auf Platz 3.
Es gibt noch Arbeit für das Liga-Gremium.
In der Thüringer Allgemeinen gibt es eine Fotostrecke mit ausgezeichneten
Photos von den Spielen (nettes Beiwerk: Es lassen sich sogar Abzüge
bestellen). Ein Video des Finales und des Kopf-an-Kopf-Rennens soll noch
auf YouTube auftauchen.
06/09/10
Noch 50 Tage, um das Archiv der Jugendkulturen zu erhalten!
Es geht um die Wurst: Eine beachtliche Berliner Institution, das Archiv der Jugendkulturen, ist dringend auf Spenden angewiesen. Nicht nur die Publikationen sind beachtlich, auch das Archiv an sich ist eine Fundgrube für Verständnis und Geschichte von jenen Phänomenen, über die in der Politik gern mit wenig Sachkenntnis und viel öffentlichkeitswirksamer Polemik - und somit, im Falle von Jugendkriminalität, geringer Wirkung - dahergeredet wird.
Daher hier die aktuelle PM des Archivs.
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Liebe jugendkulturell Interessierte, noch nie war das Archiv der Jugendkulturen so viel in den Medien wie in den letzten Wochen - s. zum Beispiel den Kulturzeit-Beitrag auf www.jugendkulturen.de [siehe auch auf 3sat , sowie ein guter Beitrag Interview im Deutschlandfunk ]. In mehr als 60 Blogs wird derzeit zu Spenden für uns aufgerufen. Doch leider schlägt sich diese Präsenz nicht in Spenden nieder: Rund 400 Euro gehen bei uns täglich ein - das ist durchaus beeindruckend, wenn zum Beispiel ein 14-Jähriger uns 10 Euro überweist und in der Mail dazu mitteilt, er würde gerne mehr spenden, „aber ich bekomme nur 20 Euro Taschengeld im Monat, vielleicht geht nächsten Monat wieder was". Dennoch: Es wird nicht reichen! Am 31. Oktober müssen wir definitiv entscheiden, ob wir unseren Mietvertrag kündigen oder verlängern. Letzteres wird ohne die Perspektive einer Stiftung nicht möglich sein. Wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, schaffen es nicht mehr, jeden Monat privat das Defizit aufzubringen (derzeit rund 2.000 Euro monatlich!). Und mit dem bisherigen Spendeneingang wird es am 31. Oktober leider heißen: Alles muss raus! Dabei wäre es eigentlich so einfach: Wenn nur jeder Empfänger und jede Empfängerin dieser Mail heute 10 Euro überweist, hätten wir das Ziel bereits heute erreicht! 10 Euro - ich denke, das kann sich jede/r leisten. Und ich hoffe sehr, dass unser Engagement im Archiv der Jugendkulturen Ihnen diese 10 Euro wert sind. Dann helfen Sie bitte mit, dass unsere derzeit 29 MitarbeiterInnen in der Fidicinstraße 3 (davon 21 ehrenamtlich!) auch nach dem 31. Oktober hier noch einen Ort für ihr Engagement finden. Das Spendenkonto finden Sie im unten anhängenden Aufruf. Selbstverständlich stehe ich jederzeit für weitere Informationen zur Verfügung! Hoffnungsvolle Grüße aus der Fidicinstraße 3 Klaus Farin |
05/09/10
Wichtige Demos in den nächsten 14 Tagen in Berlin
Für den Terminkalender: Die nächsten Samstage sind gut gefüllt.
11.9. Demonstration „Freiheit statt Angst“ am Samstag, den 11. September 2010, 13.00 Uhr der Potsdamer Platz.
18.9. Schluss jetzt mit Atomkraft. Großdemonstration mit Umzingelung des Regierungsviertels. Unter dem Motto "Umzingelung des Regierungsviertels" soll die Demo um 13 Uhr auf der Wiese vor dem Reichstag starten.
Karikatur mit freundlicher Genehigung von Klaus Stuttmann - danke!
31/08/10
Über "altbekannte Fakten" zur Vererbung
Zu den aktuellen Schlagzeilen: Hierhin führte uns der "biologische Diskurs" vor hundert Jahren: Rassenhygienische "Aufklärung" ...
... aus dem Jahre 1933.
Bildtexte:
"Zahl der
Schwangerschaften" -
Links: "bei Müttern die schon
schwachsinnige Kinder in der Hilfsschule hatten."
Rechts: "beim
Durchschnitt der Mütter des betreffenden Stadtviertels."
Abb.
aus: Volk und Rasse, 1933, S. 203
Jedoch ist es für die Debatte wichtig, das betreffende Buch auch tatsächlich gelesen zu haben. In wie weit wird hier einiges hereininterpretiert, vielleicht auch um bestimmte Punkte unter diesem Vorwand erst ansprechen zu können? Auf der anderen Seite wäre es nicht angemessen, den Verkauf dieses Buches weiter zu stiegern. Eine Zwickmühle.
Ein Hinweis in dem Zusammenhang auf die Hörgeschichte "Der gute Ritter" möge gestattet sein.
30/08/10
Pressemitteilung / 13. Deutsche Jugger-Meisterschaft in Berlin
Aus der Pressemitteilung des Jugger e.V. Berlin:
Am
10., 11. und 12. September 2010 wird im Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark
Berlin die 13. Deutsche Jugger-Meisterschaft ausgetragen. Der Eintritt
ist frei.
Mit armdick gepolsterten Schlägern und über drei Meter langen Ketten
werden am zweiten Septemberwochenende über 30 Mannschaften im Kampf um
den Deutschen Meistertitel antreten. Mit dabei sind Teams aus Irland und
dem fernen Australien.
Besonders spannend wird das Finale am
Sonntag, wo ab 13 Uhr die beiden besten Teams auf dem
tribünengesäumten Feld im Kampf um die geschweißte Meister-Trophäe
aufeinandertreffen.
Die Jagd auf einen Hundeschädel zieht immer
mehr junge Sportler an. Jugger ist ein neuer, lebensfroher Sport,
schnell, dramatisch und ungeheuer vielseitig. Über 300 Aktive reisen an,
um zum Höhepunkt der Saison den Wettkampf in einem postapokalyptischen
Sport zu bestreiten. Ein Sport, bei dem vier Kämpfer die gegnerische
Mannschaft mit mannshohen Stäben und einer Kette in Schach halten,
während ein Läufer den Ball namens „Jugg“ ins Platzierfeld trägt.
Es
handelt sich dabei keineswegs um eine neumodische Spinnerei oder um das
künstlich designte Objekt einer Marketingabteilung. Sondern um eine
lebendiges Gewächs und ein Hobby mit stark wachsender Anhängerschaft,
das derzeit vornehmlich in Parks gespielt und über Eigeninitiativen an
Unis und in Schulen weiterverbreitet wird.
Sie finden zahlreiche Videos von Turnierspielen unter anderem im Kanal
"Juggerliga" auf Youtube sowie auf Flickr.
Wir
senden Ihnen gerne Photos aus unserem Archiv zu. Wenn Sie vor Ort
berichten möchten, melden Sie sich beim Jugger e.V., Regensburger Str.
33, 10777 Berlin, Tel: 030 43 73 46 20, E-Mail: lester at jawaka.net,
Website: http://jugger.de
Druckfrisch: Das zweite Buch zum Jugger-Sport
Jugger ist
keine Sache für Verrückte – aber schon etwas Besonderes. Ihre
Begeisterung haben Spielerinnen und Spieler, Sporttrainer, aber auch
Pädagogen in dem Buch geäußert, das zeitgleich im September im Berliner
Archiv der Jugendkulturen erscheinen wird.
Wickenhäuser, Ruben
Philipp: Jugger. Der Sport aus der Endzeit, Archiv der Jugendkulturen,
Berlin 2010 [ Beschreibung
]
29/08/10
embryo im Wagendorf Lohmühle
Am vergangenen Sonntag hatte das Wagendorf Lohmühle, das auch schon von der Schließung bedroht gewesen war, wieder einmal bewiesen, daß es seinen Ruf als kulturelle Institution in Berlin verdient hat. Dort trat die seit den 60er Jahren aktive Gruppe Embryo auf - wer das Burg Herzberg Festival kennt, wird sie zu schätzen wissen.
Zwar wurde ab 21:00 Uhr wegen Nachbarn ohne Elektro gespielt, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat.
Danke an den Tipp an Freund und Kollegen Frank
Böhmert! Ein sehr entspannter Sonntagabend-Ausklang!
22/08/10
Video Finale Deutsche Juggermeisterschaft 2009 online
JoCognito, bewährter Kameramann und Filmschneider der Berliner
Juggerturniere, hat nun auch das Finale der Deutschen Meisterschaft 2009 auf
seinem Kanal Juggerliga online gestellt - pünktlich zum
Appetitmachen auf
die DM 2010, die vom 10.-12. September in Berlin stattfinden wird
(mehr dazu folgt).
Viel Vergnügen!
03/08/10
Archiv der Jugendkulturen ruft zur Unterstützung einer Stiftungsgründung auf
Besonders beliebt sind seit jeher Kürzungen im sozialen Bereich. Wie wichtig aber gerade die Förderung sozialer Projekte gerade auf lange Sicht ist, auch für ein gutes und angenehmes Miteinander, zeigt beispielsweise die Veröffentlichung der Neuköllner Richterin Kirsten Heisig (über deren oft konjunktivlastige Inhalte man streiten kann, aber das ist hier nicht Thema).
Das Archiv der Jugendkulturen bietet einen Schatz an Archivmaterial und umfangreichen eigenen Publikationen zu den unterschiedlichsten Lebenswelten Jugendlicher. Damit liefert es einen kostbaren Grundstock für eben jene Arbeit, die (reale, "gefühlte" oder drohende) Zustände wie in "Das Ende der Geduld" geschildert verhindern oder zum Positiven hin verändern kann.
Nun möchte das Archiv eine Stiftung gründen, um seine Finanzierung zu sichern. Da ich bei der Zusammenarbeit für das neue Jugger-Buch sehr gute Erfahrungen mit dem Archiv gemacht und als Autor sehr fair behandelt wurde, möchte ich gern den Aufruf unterstützen und hiermit weitergeben. Und natürlich zu seiner Weiterverbreitung anregen:
→ Zum Stiftungsgründungs-Aufruf
|
"Jugend“ wird in unserem Land zunehmend als Risikofaktor gesehen, nicht als „unsere Zukunft“. Seit zwölf Jahren arbeitet das von mir 1998 gegründete Archiv der Jugendkulturen nunmehr schon als gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, der oft einseitigen und stigmatisierenden öffentlichen Wahrnehmung differenzierte Informationen gegenüber zu stellen. Und das, obwohl wir bis heute keinen Cent Regelförderung erhalten. Die große Mehrzahl unserer derzeit 28 MitarbeiterInnen arbeitet ehrenamtlich. Ich finde, das ist durchaus eine Erfolgsgeschichte. Die Kehrseite: Immer wieder müssen MitarbeiterInnen sogar privat Gelder spenden, um die laufenden Kosten zu zahlen. Damit ist die Existenz dieser in Europa einmaligen Einrichtung in regelmäßigen Abständen akut gefährdet. Auf Dauer braucht eine derartige Einrichtung wenigstens eine Stelle und die Sicherung der Grundkosten. Deshalb gründen wir nun eine Stiftung. Sie soll das Überleben des Archiv der Jugendkulturen e. V. langfristig sichern – und vieles mehr (siehe unten). Doch dazu benötigen wir jetzt die Unterstützung all derjenigen, die unsere Einrichtung für erhaltenswert erachten – denn alleine schaffen wir es nicht. Wenn Sie es sich leisten können, können Sie uns direkt mit einer kleinen Spende helfen (es muss gar keine riesige Summe sein, auch viele 20-Euro-Spenden bringen uns zum Ziel und setzen vor allem ein motivierendes Signal!). Wir haben extra für diesen Zweck ein Spendenkonto eingerichtet. Details finden sich hier. Und: Wir bitten um Verbreitung des unten anhängenden Aufrufs (der seit dieser Woche auch online auf unserer Homepage http://www.jugendkulturen.de/ zu finden ist) über Ihre/Eure Netzwerke, im KollegInnen- und Bekanntenkreis! Selbstverständlich stehe ich jederzeit für weitere Informationen zur Verfügung. Und ich halte Sie gerne über den Erfolg unserer Aktion auf dem Laufenden – wenn Sie es möchten. Eine kurze Mail genügt.
Und natürlich stehen unsere Bibliothek und unsere
MitarbeiterInnen weiterhin für jegliche Recherchen von montags
bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr (kostenlos) zur Verfügung. |
29/07/10
Das Krustenbrot: Erste Metalüv Hörgeschichte
Herzlich möchte ich die geneigten Leserinnen und Leser einladen, dem ersten kleinen Versuch der Metalüv-Hörgeschichten ein Ohr zu leihen. Später kann bei Interesse dann das Buch "Ich bin eine Ratte" vertont in mehren Teilen zur Verfügung stehen. Allerdings wird dafür auch noch ein geeigneter Server / Upload-Dienst gesucht.
Wir beginnen mit einer unheimlichen Anekdote aus den Tiefen der Fränkischen Schweiz, die berühmt ist für ihr unerreichtes, doppelt gebackenes Krustenbrot: Um einen noch besseren Geschmack zu errreichen, muß ein Bäcker schon den Pakt mit dem Teufel eingehen. Einer wagt es.
Hier geht es zum (kostenlosen) mp3-Download der Kurzgeschichte: ⇒ Das Krustenbrot . Viel Vergnügen.
So sieht ein Laib Brot aus.
Über die Macchiato-Mütter
Eine zornige und lesenswerte Antwort auf einen recht weinerlichen, geradezu aemanzipatorischen Beitrag von alleinerziehenden, "Soja-Latte-macchiato" schlürfenden Prenzlauer Berg-Müttern in der TAZ. Treffendes Zitat:
"Macchiato-Mütter verkörpern das spät- und spießbürgerliche Westdeutschland. Sie machen allein ihre Geschlechterdifferenz, über die Frauen wie ich aus dem Osten nicht einmal nachdenken, zum Maßstab. [...] Ich bin Mutter, also bin ich. Ich bleibe jetzt erst mal ein paar Jahre mit den Kindern zu Hause. Das kann ich mir leisten, mein Mann hat ja eine Superstelle." - weiterlesen
Bei der Gelegenheit noch eine Notiz aus der jüngeren Vergangenheit:
Es schrieb der Schockwellenreiter: "Alice Schwarzer [fordert Netzsperren], und Stephanie zu Guttenberg (Ehefrau) bestätigte alle Blondinenwitze der Welt. "
Sexismus von Feinsten, möchte man meinen. Richtig! Aber nicht etwa durch ihn. Sondern durch die Sendemacher der Maybritt Illner-Sendung: Wer diese Ehefrau, wie er sie ganz richtig nannte, einlädt, der tut das nicht wegen ihrer überragenden Kompetenz - die ihr in dieser Sache wohl eindeutig abzusprechen ist - sondern weil sie so wundervoll blond ist, tolle Schuhe trägt und ein absolut makelloses Schampoowerbungsgesicht zur Schau trägt und vor allem eben einen ganz bestimmten Ehemann hat. Da trieft es geradezu übers Kameraobjektiv. Und Alice Schwarzer sitzt daneben und bemerkt es nicht einmal. Großartiges Kino.
Nachtrag: Und wenn Emma-Herausgeberin nun in der BILD über Kachelmann meint kolumnieren zu müssen - geschmacklos-dumme Äußerungen hatte sie ihm gegenüber schon von sich gegeben - bestätigt das nur, daß die ehemalige Intellektuelle allen Anzeichen nach nicht mehr ernst zu nehmen ist.
28/07/10
Vorfühlen: Jugger-Fanzine
An die Juggerbegeisterten:
Aus der umwerfenden Beteiligung an Wiki
und (derzeit RIP) Lüneburger Jugger-Blog scheint es zwar nicht so
richtig vielversprechend zu sein aber ich will trotzdem mal nachfühlen:
Wie wärs, wollen wir mal ein "Jugger-Fanzine" machen? Jibbit dann als
PDF, wenns fertig ist.
Da könnten dann Einzelne oder Vereine interessante Beiträge reinbringen, ein paar Ideen dafür:
- eine Betrachtung über die Jugger-Liga-Entwicklung,
- ein Praxisvergleich der Turnierwertungssysteme,
- der schönste Schädel des Jahres,
- Stories über Begegnungen der Dritten Art mit dem Amtsschimmel bei Vereinseintragsversuchen,
- Absurditäten aller Art beim Training, mit Ordnungsämtern usw.,
- ungewöhnliche Pompfenbauweisen (mit Illus) ...
Ich würde das Ganze korrigieren, (ja, schön bunt) setzen und habe einen Grundstock an verwendbaren Bildern, sodaß es daran nicht scheitern würde. Aber es werden Inhalte, also TEXTTEXTTEXT (nennt sich Schreiben), benötigt. Mit fünf Bier pro Beitrag kann ich nicht dienen (und will ich nicht, ein Fanzine ist nicht von einem für alle, sondern muß eine Sache VON uns FÜR uns sein *ähem*), aber vielleicht tut ja ein neues Juggerbuch für den besten Artikel Appetit machen ... das ist halt das, was ich so zu vergeben hab
Na wat is? Geht da was?
26/07/10
Schwärzung von Tagesthemen-Inhalten "aus rechtlichen Gründen"
Nun bietet die ARD löblicherweise ihre Tagesthemen im Internet zum Ansehen und Download an. Aber das ist doch reichlich sinnlos, wenn immer öfter in letzter Zeit, so scheint es zumindest mir, folgende Nachricht auftaucht:
Tagesthemen vom 26.7.10, 02:28
"Diese Bilder dürfen im Internet aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden"? Bitte? Bei einer Reportage über ein Massenunglück? Was bitte soll das darstellen, das Verständnis der von uns Bürgern (wir erinnern uns an die formschönen GEZ-Drückerkolonnen-Werbespots der Vergangenheit) immerhin gut finanzierten Öffentlich-Rechtlichen vom Internet? Eine Bluescreen? Im Ernst? Und ab morgen macht Ihr auf Hörfunk oder wie? Das nenne ich Fortschritt.
Was für ein Treppenwitz. Da sieht man, was man davon hat, wenn eine Politik von keiner Sachkenntnis geschlagen aber von vielen Lobbyisten umschmeichelt fröhlich Entscheidungen trifft. Das Urheberrecht dermaßen ad absurdum führen, daß ein führender akademischer Verlag gegen seine Autoren Amok läuft, wenn es um fünfhundertachtzigprozentige und vor lauter Angst vor den "Rechteinhabern" völlig widersprüchliche Zitierkonventionen geht (dort geht es dann um Bildzitate). Passt hervorragend zu Forderungen wie "Alterskennzeichnung" von Internetinhalten, Stoppschildern, "Öffnungszeiten" von Webseiten und anderen im Vollrausch erbrochenen Weisheiten der PR-Strategen unserer Führungsriege. So viel Gras kann gar nicht auf Erden wachsen ...
24/07/10
Jugger-Sportsymbol-Wettbewerb
Seit einiger Zeit stoße ich immer wieder auf die Frage, ob es nicht
ein passendes Piktogramm / Sportsymbol für Jugger gibt. Daher würde ich
gern eine Art Mini-Wettbewerb anstoßen:
Wer Lust hat, macht einen Entwurf für ein Sportpiktogramm zu Jugger bis zur Deutschen Meisterschaft (Einsendeschluss 11.9., Bilddatei per Mail an mich oder ins Forum). Danach machen wir bis 15. Oktober eine Abstimmung übers Forum, welches der "Gemeinde" am besten gefällt. Als Preis für den Gewinner lege ich ein Exemplar des neuen, dann gerade frisch erschienenen Jugger-Buchs vom Archiv der Jugendkulturen in den Korb. Wer sich mit Preisen für den ersten oder andere Plätze beteiligen will, ist natürlich herzlichst willkommen ...
So bekommen wir (hoffentlich) eine Reihe von Entwürfen und haben gleichzeitig einen netten kleinen Grafik-Wettbewerb.
Voraussetzungen:
- Es muß ein grafisches Symbol in schwarz-weiß mit eventuell max. 1 Graustufe sein (eher ohne Grau)
- es sollte beispielsweise angelehnt an den sachlichen Stil der von Otl Aicher für die Olympiade 1972 entworfenen Piktogramme (Beispiele zur Inspiration), oder an das Design von sachlichen (!) Piktogrammen anderer Olympiaden,
- ein möglichst klares Symbol,
- ein möglichst zeitloses, also nicht geschmäcklerisches Symbol (keine übertrieben geschnörkelten Linien usw.)
- eine Figur oder zusammenhängende Figurengruppe (nicht zwei sich zugewandte Figuren usw., sondern z.B. zwei Figuren hintereinender wie beim Symbol für Tanz),
- nur Graustufen oder Schwarzweiß,
- eine Beteiligung von mindestens 5 Personen, die abstimmungsfähige Piktogramme einreichen.
Zwei Beispiele aus meiner Feder (inspiriert durch die Juggerhood of Saar):
OpenOffice-Vergnügen im professionellen Einsatz
An sich bin ich mit OpenOffice als Texteditor sehr zufrieden. Auch seine anderen Module funktionieren prächtig. Und der Funktionsumfang in Version 3 ist vollkommen ausreichend, ja luxuriös.
Um so ärgerlicher ist es, wenn das Programm (immerhin wie gesagt mittlerweile in Version 3) grundlegende Fehler erzeugt, die das professionelle Arbeiten damit fast unmöglich machen. Gerade haben sich bei der Bearbeitung eines mäßig langen Textes (200 Seiten, keine besonderen Formatierungen aber einige Formatvorlagen, keine Bilder) nach dem Erhalt von markierten Änderungen eigene, neu eingefügte Änderungen nach dem Zufallsprinzip partiell "entmarkiert" - sie sind zwar noch vorhanden, aber die Auszeichnung als "Änderung" ist verschwunden. Und das kurz nachdem die Lektorin eines anderen Verlages sagte, sie verzichte auf diese Funktionen, weil häufig - auch unter M$ Word - Fehler aufträten. QED.
Außerdem versuchte OpenOffice beharrlich, das Dokument zuerst im "Weblayout" (wozu immer das in einem Textprogramm von Nutzen sein soll - fürs Web gibt es jEdit oder Dreamweaver) zu öffnen.
Ärgerliche Fehler an grundlegenden Funktionen: Auf die exakte Erhaltung der Texte und der Änderungsmarkierungen muß sich ein Autor absolut verlassen können. Schade. Vertrauen erweckt ein solches Verhalten nicht. Und der Bug Report von OOo ist einfach zu kryptisch organisiert.
Gute alte Zeit der Papierkorrekturen ...
Nachtrag: Es ist bei Massentext wirklich für die Füße. Jetzt stellt es Umlaute vor hereinkorrigierte Worte. Und die Suchen/Ersetzen-Funktion funktioniert nicht (re. sie übersieht Wörter in großen Dokumenten). Was für ein Mist.
Nachtrag II: Und jetzt zeigt er nicht mehr alle Kommentare an!
22/07/10
Über die Vertraulichkeit des E-Post-Briefes
Zur Kenntnis, weil es eine gerade mit viel Tamtam durchs mediale Dorf getriebene Sau ist:
Der E-Post-Brief der Deutschen Post scheint zwar mächtig zu glänzen, jedoch nur einen begrenzten Goldanteil zu haben:
"VVon einer regelmäßigen Kenntnisnahme eines E-POSTBRIEFS mit elektronischer Zustellung durch den Privatkunden ist daher spätestens am Werktag nach Eingang im Nutzerkonto auszugehen. [...]
Falls der Veröffentlichung der Daten im Adressverzeichnis zugestimmt wurde, können diese Angaben [...] an andere registrierte Geschäftskunden / Versender auf Anfrage auch beauskunftet werden. Dabei nennt der Geschäftskunde Name und Postanschrift des Empfängers. [Dann wird]die E-POSTBRIEF Adresse des Empfängers [ermittelt] und [die Post] teilt sie dem Geschäftskunden mit [...]
Folglich ist sie im Rahmen der engen gesetzlichen Vorgaben zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zur Herausgabe einer Nachricht – ggf. unverschlüsselt – vor allem an Verfassungsschutzbehörden verpflichtet. [...]
Es wird darauf hingewiesen, dass Daten, die in dem Nutzerkonto gelöscht wurden, ggf. zunächst nur gesperrt und dann erst mit zeitlicher Verzögerung endgültig gelöscht werden."
18/07/10
"Leistung muß sich lohnen": Nicht für Hebammen
Hebammen sind nicht nur Protagonisten in historischen Romanen. Es gibt sie wirklich - und das auch jenseits des Krankenhauses. Wem es wenig attraktiv vorkommt, ein Kind ausgerechnet in einer Heilanstalt für Kranke zur Welt zu bringen, und medizinisch keine Komplikationen zu erwarten hat, der kann sich seit einigen Jahren auch in ein Geburtshaus begeben.
Und solche Geburtshäuser sind sehr zu empfehlen. Beispielsweise das Geburtshaus
am Treptower Park: In einer geräumigen Altbau-Erdgeschosswohnung
stehen dort mehrere Geburtsräume zur Verfügung, die alle die Atmosphäre
von angenehmen, warmen Schlafzimmern haben - inklusive Sitzbadewanne und
allerlei merkwürdigem Gerät, dessen Funktion sich im Laufe der Geburt
erschließen mag. Doch das ist bei Weitem nicht das Einzige. Während der
Geburt steht eine Hebamme zur Seite, die die werdende Mutter (und
eventuell auch der werdende Vater) vorher bereits in einem
Geburtsvorbereitungskurs und in Vorgesprächen gut kennengelernt hat.
Keine Schwester "vom Band" also. Und mit ihrer Praxiserfahrung dürfte
die Hebamme Ärzte um Längen schlagen. Sie weiß, was sie tun muß, auch
ohne brachiale Mittel der Schulmedizin, die bis vor Kurzem noch die
Geburt im Liegen propagierte und wohl äußerst schneidfreudig zu Werke
ging, wenn das Neugeborene sich Zeit ließ - frei nach dem Motto, es läßt
sich ja wieder flicken. Und im Anschluß an die Geburt kommt die Hebamme
erst jeden Tag, dann alle zwei Tage zu Hausbesuchen und hilft den
frischgebackenen Eltern bei den ersten Schritten im Umgang mit dem
kleinen Wesen.
Hinzu kommt, daß der Besuch eines Geburtshauses keineswegs eine Sache für die gutverdienende Mittelschicht wäre. Sie ist nicht teurer als eine Klinikgeburt (zuzüglich einer verschmerzbaren Rufbereitschaftspauschale, dafür steht die Hebamme dann aber auch rund um die Uhr mit telefonischem Rat oder, wenn das Kind kommt, ganz praktisch bereit). Aber mit Sicherheit ist sie um Längen angenehmer, familiärer und streßfreier.
Insgsamt gibt es also eigentlich kein Argument, sich eine Klinikgeburt anzutun, wenn es nicht medizinisch notwendig ist. Aber wie es so oft mit sinnvollen Dingen ist, die noch dazu von Freischaffenden verfolgt werden: Unser Staat, dessen Regierung großmäulig ein "Leistung muß sich wieder lohnen" erbricht, kürzt selbstverständlich zuvorderst bei sinnvollen, nichinstitutionalisierten Diensten wie diesen. Nun fordern viele Stellen berechtigterweise Geld, und der Topf ist begrenzt (außer in Sachen Bankenfiannzierung). Aber es muß schon kritisiert werden, daß an vielen Stellen das Geld mit beiden Händen aus den Fenstern geworfen wird, beispielswiese im Rahmen von Konjunkturpaketen, deretwegen in Franken völlig intakte Straßen kilometerweise aufgerissen und neu geteert swie harmlose Hügelkuppen abgefräst werden, oder beim Bau angeblich so sinnvoller A100-Verländergungen, und und und.
Hingegen wurde die Vergütung für Hebammen zwar zum 1. Juli erhöht. Da aber zugleich die Beiträge für die Haftpflichtversicherungen extrem angestiegen sind, wird unterm Strich die harte Arbeit der freien Hebammen unrentabel für sie. Und wir sprechen hier nicht vom gemütlichen 8-Stunden Tag, bei dem sich vermutlich gemäß der Politik "Leistung wieder lohnen" soll, sondern von Bereitschaft rund um die Uhr (Geburten lasen sich selbst heute leider nicht per Terminplan festsetzen) und aufopferungsvoller Hingabe. So kritisiert der Hebammenverband,
"dass in der Schiedsstelle keine angemessene Gebührenerhöhung vereinbart werden konnte, die die gestiegenen Haftpflichtprämien kompensiert. Wenn es nicht gelinge, eine realistische Perspektive für die freiberuflich tätigen Kolleginnen zu entwickeln, so die Präsidentin des deutschen Hebammenverbandes Martina Klenk, `werden noch viele die Geburtshilfe aufgeben`." - Quelle
Immerhin haben sich 106.000 Menschen in einer Online-Petition gegen diese Mißstände gewandt - ob dies etwas fruchten wird, muß die Zukunft zeigen. Ganz im Sinne von Volker Pispers: "Würde man die [die "Leistung muß sich wieder lohnen" rufen] nach Leistung bezahlen, wären wir viele von denen wieder los."
16/07/10
Die Piratenpartei und der antisemitische Kraken
Vor längerer Zeit tat sich der Vorsitzende der Piratenpartei mit beachtlichem Unwissen hervor, als er der "Jungen Freiheit" ein Interview gab, ohne nach seinen Worten von deren politischer Ausrichtung Kenntnis zu haben (was für viele Parteigenossen offenbar auch kein Problem darstellte). Angesichts dieses Umstandes täte der Partei ein wachsamerer Umgang mit diesen Themen wohl.
Wie im NPD-Blog zu lesen, nutzen nun die Piraten fast
darstellungsgleich ein Symbol der NSDAP-Propaganda für ihre Kampagne
gegen ACTA. Die hier gewählte spezifische Darstellung des Kraken als
erdballumspannendes Monstrum entspricht nicht nur der Bildsprache der
NSDAP in diesem einen Falle (und eben diese Überschneidungen sind das
Problem, nicht die Verwendung eines Kraken per se), sondern auch dem
Wesen des diffusen, mit den Ängsten der Menschen vor einer hinter den
Kulissen agierenden Macht spielenden Antisemitismus. Hinzu kommt, daß
auch Teile der extremen Linken vor Antisemitismus nicht gefeiht sind.
Derlei Parallelen zu tolerieren, zeugt nicht nur von einem mangelnden
Geschichtsbewusstsein, sondern auch von Naivität.
Ihren antirechten Anhängern, derer sie ja mit Sicherheit viele hat, erweist diese Partei damit jedenfalls einen Bärendienst. Da hilft es auch nicht, wenn in den Kommentaren in oft recht kindischem Ton auf andere Krakendarstellungen verwiesen wird. Vielmehr wären die Kommentatoren wohl beraten, die Kritik ernst zu nehmen; sonst finden sie sich möglicherweise irgendwann in Gesellschaft wieder, die sie gar nicht wünschen.
Ihrem Ansehen als ernstzunehmende Partei oder gar als Alternative zu den Etablierten ist solcherlei jedenfalls nicht gerade dienlich.
Addendum: Es findet sich inzwischen eine Kurzanalyse des Plakats beim NPD-Blog. Die Kommentare bestätigen wieder ein eher infantiles Bild der Partei.
15/07/10
Illustriert am ZX Spectrum: Unterschiedliche Elektronikstandards von USA und GB/Europa
Das Labyrinth verschiedener Standards in der Elektronik von USA und
England/Europa illustriert an einer Computerlegende, dem ZX
Spectrum-Computer.
14/07/10
Die spinnen, die Briten
"Vor allem Unternehmen [untersagen] im voreilenden [sic] Gehorsam vor allem Männern ganz den Kontakt mit Kindern [...]: Erst gerade wurde ein werdender Vater vom Platz neben seiner schwangeren Frau vertrieben. Er hätte dort neben einem 12-jährigen, ihm fremden Jungen gesessen." - weiterlesen
Pathetic.
Nachtrag: Die Britten spinnen wirklich.
Denn dieser Schutz
gilt offenbar nicht für inhaftierte Jugendliche: 'Drive fingers
into groin' und andere kindgerechten Behandlungsmethoden sollen laut
Observer in einem geheimen Handbuch in Privatgefängnissen stehen. "Some
of the restraint and self-defence measures approved by the Ministry of
Justice include ramming knuckles into ribs and raking shoes down the
shins. [...] Published by the HM Prison Service in 2005 and classified
as a restricted government document, the manual guides staff on what
restraint and self-defence techniques are authorised for use on children
as young as 12 in secure training centres. The centres are purpose-built
facilities for young offenders up to the age of 17 and run by private
firms under government contracts." - weiterlesen
11/07/10
Kälte, Hitze, für die Bahn eine Herausforderung
Schneit es mal, kommt das für die Bahn jedes Mal völlig unerwartet, wie es scheint - aber ist es etwas wärmer, dann fällt schon mal die ganze Klimaanlage in einem ICE aus und eine Schulklasse muß ins Krankenhaus - Hauptsache, ein paar Herren ganz oben können ihre Fieberträume von Börsengang und Volksenteignung fortsetzen. Und Saunen soll ja ohnehin gesund sein.
Wie am unfasslichen Debakel der kaputtgesparten Berliner S-Bahn gezeigt, ist der Mensch hier ohnehin offenbar nur mehr Ballast. Hauptsache, man baut schicke neue Bahnhöfe und poliert alldieweil sein "Image" für das einzig Wichtige in unseren Zeiten auf. Und das ist gewiss nicht der Bürger.


Der Uhu führt hier ein Weblog, ist aber gewiß kein "Blogger".





